Doch sein Faible für schöne Dinge habe ihn nie verlassen, sagt Hella Brice

Seite 3 von 4
Nachlass von Pierre Brice wird versteigert : Winnetou, der Ehemann

Wie er immer gekocht hat! Sie ist jetzt wieder ganz in Frankreich. „Tollstes Risotto oder Pasta-Saucen.“ Mindestens einmal am Tag gab es das ganze Programm. Vorspeise, Hauptspeise, Nachspeise.

Sichtbar ist das bis heute in Form eines Tortenhebers, Konvolut von Keramikgefäßen, Terrinen, fünf Kupfer-Kasserollen. Besteckkästen mit Inhalt. Ungeheuer viele Salz- und Pfefferstreuer.

Aber morgens, da haben sie als Erstes die Tiere versorgt, die Hunde und die drei Pferde gingen vor.

Position 1271. „Konvolut, bestehend aus zwei Führstricken, davon einer mit Karabiner und Schäkel. Nylonflechtgewebe, teilweise mit Kunststoffüberzug. Aus den Stallungen auf dem Landsitz in der Nähe von Paris, L. 310 und 380 cm.“

Ihr Mann habe im Garten riesige Tomaten gezüchtet und tagsüber am Schreibtisch Ideen für Theaterstücke gesammelt. Er hatte ja viel Zeit, zu viel Zeit für seinen Geschmack. Eine Weile war er unglücklich, dass nach den sagenhaften elf Winnetou-Filmen keine Filmangebote von Format mehr kamen. Und je seltener die Anfragen an den Schauspieler kamen, desto mehr waren die beiden aufeinander angewiesen, dort im Grünen. Das Ehepaar blieb übrig und entdeckte mehr und mehr, was sie heute für eine Seelenverwandtschaft hält. Sie entdeckte die Großzügigkeit eines Indianers in ihm, der auf Besitz nicht viel gab. „Kaum sagte ich etwa, dass mir irgendwo etwas gefiel, rannte er rein und kaufte es mir.“ Ihr Mann habe überhaupt alles geteilt, bis sich kein Besucher mehr traute, in ihrer Wohnung ein Kompliment zu verteilen - er bekam das entsprechende Ding sofort geschenkt.

Doch sein Faible für schöne Dinge habe ihn nie verlassen, sagt Hella Brice. Ein Glück, dass sie unter schönen Dingen das Gleiche verstanden: silberne Figuren, alte Glaskaraffen und Eier in allen Materialien.

Der Zettel klebende Auktionator Lehberger merkte, dass er Lücken reißen würde in diesen Haushalt. „Schlaf noch mal drüber“, sagte er dann zu ihr. „Du kannst auch die Zettel wieder abnehmen.“ - „Ich will mich ja trennen“, sagte sie, aber tatsächlich waren am nächsten Morgen einige Schnipsel wieder verschwunden.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

2 Kommentare

Neuester Kommentar