Nie würde es ihr einfallen, seine Bambis zu verkaufen.

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Nachlass von Pierre Brice wird versteigert : Winnetou, der Ehemann

Nie würde es ihr zum Beispiel einfallen, seine Bambis zu verkaufen. „Die Ehrungen, die hat er sich verdient.“ Ein Verkauf käme ihr unanständig vor. Für die Bambis und die neun goldenen Bravo-Ottos wird sie auch dann noch eine Vitrine finden, wenn sie den Landsitz verkauft hat und zu ihren beiden Drillingsschwestern nach Garmisch zieht.

In Mühlenbeck dagegen schält sich ein Mensch aus dem Mythos. Die Fans fahren hier mit der S-Bahnlinie 8 nach Mühlenbeck raus, Brice-Fans und Karl-May-Fans, Leser seiner Autobiografie und diejenigen, die den nach seinem Tod erschienenen Bildband „Pierre Brice, Unvergesslicher Winnetou“ des Experten Michael Petzel kauften. Vielleicht sogar solche, in deren Kinderzimmer der Bravo-Starschnitt hing.

Hella Brice, 20 Jahre jünger als ihr Mann, ist ja selbst eine von ihnen. Sie streicht sich über die rechte Wange, „hier habe ich immer angefasst.“ Da, wo im Starschnitt das Grübchen saß. Das war Jahre bevor sie ihn 1976 auf einem Filmball in München persönlich traf.

Gesammelt hat sie immer nur seine privaten Bilder, sie war ja nie angetreten als Fan eines Indianers. Und deshalb mag die Witwe von Winnetou zwar bis heute Lex Barker heißen. Die Witwe von Pierre Brice heißt Hella.

Versteigerung noch am Sonntag ab 10 Uhr, Kastanienallee 19, 16567 Mühlenbeck

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