New York : Familie Rockefeller spendet 200 Millionen Dollar an MoMA-Museum

Das Museum wird die neue Großspende gut brauchen können: Im Sommer sind Umbauarbeiten geplant. Die Kosten werden auf 400 Millionen Dollar geschätzt.

Das MoMA in New York. (Archivbild 2013)
Das MoMA in New York. (Archivbild 2013)Foto: SPENCER PLATT/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP

Geldsegen für das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA): Die Industriellen-Familie Rockefeller lässt dem weltbekannten Kunstmuseum eine Spende von 200 Millionen Dollar (175 Millionen Euro) zukommen, wie am Dienstag mitgeteilt wurde. Es handelt sich um eine der größten Spenden, die jemals an ein Museum gezahlt wurde.

Die Rockefellers haben eine lange Geschichte als großzügige Mäzene der New Yorker Kunst-Institution: Im Jahr 2005 ließ der inzwischen verstorbene Familienpatriarch David Rockefeller dem Museum schon einmal 100 Millionen Dollar zukommen. Zudem spendete er unschätzbar wertvolle Gemälde von Picasso, Gauguin, Matisse und Cézanne.

David Rockefellers Mutter Abby zählte zu den Mitbegründern des Museum of Modern Art. Sie steckte viel Zeit und Energie in das Projekt - allerdings wenig Geld, weil ihr Mann John D. Rockefeller mit moderner Kunst nicht viel anfangen konnte. Unter ihrem Sohn David änderte sich dies.

MoMA schließt von Juni bis Oktober

Das Museum wird die neue Großspende gut brauchen können: Das MoMA wird von Mitte Juni bis Mitte Oktober geschlossen. Hintergrund sind eine Renovierung, Umgestaltung und Erweiterung des berühmten Kunstmuseums, das für viele Touristen zum Pflichtprogramm zählt. Im Rahmen des Umbaus soll das Haus um gut 3700 Quadratmeter Ausstellungsfläche vergrößert werden, teilte das Museum am Dienstag mit.

Ziel der 400 Millionen Dollar (etwa 350 Mio Euro) teuren Arbeiten ist auch ein neuer Ansatz dafür, wie moderne und zeitgenössische Kunst dem Publikum präsentiert wird. So ist das MoMA zwar besonders bekannt für Gemälde von Vincent van Gogh, Salvador Dalí und Andy Warhol, befasst sich zunehmend aber auch mit Design, Fotografie, Film und Performance-Kunst. Nach dem neuen Konzept soll zudem verstärkt Kunst von Frauen, Latinos, Asiaten und Afroamerikanern gezeigt werden.

„Der tatsächliche Wert dieser Erweiterung ist nicht nur mehr Fläche, sondern Fläche, mit der wir die Erfahrung von Kunst im Museum neu denken können“, sagte Direktor Glenn Lowry der Mitteilung zufolge. Einen chronologischen Zusammenhang soll es über mehrere der insgesamt fünf Stockwerke weiterhin geben, zugleich aber etwa auch spezielle Bereiche zu einzelnen künstlerischen Medien. Im Herzen des Museums soll ein Raum für Live-Programm und experimentelle Kunst entstehen.

Das MoMA schließt ab 16. Juni und soll am 21. Oktober wieder öffnen. Geplant sind dann unter anderem Ausstellungen über Kunst in Lateinamerika und eine Ausstellung in Kooperation mit dem Studio Museum in Harlem, wo lange Zeit vorwiegend Afroamerikaner lebten. (dpa, AFP)

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