Opfer um Millionen geprellt : Bande falscher Polizisten in Türkei und NRW festgenommen

Die Betrügerbande agierte offenbar aus Callcentern in der Türkei. Am Telefon gaben sich die Verdächtigen als Polizisten aus. Nun erfolgte der Zugriff.

Polizeibeamte während einer der Razzien in NRW.
Polizeibeamte während einer der Razzien in NRW.Foto: Marcel Kusch/dpa

Die Polizei hat bei Razzien in Nordrhein-Westfalen und der Türkei eine Gruppe von Verdächtigen festgenommen, die als sogenannte falsche Polizisten Opfer um mehrere Millionen Euro betrogen haben sollen. Ein Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück bestätigte, dass in NRW drei und in der Türkei mehr als 20 Personen festgenommen worden seien. Unter den Festgenommenen in der Türkei befinde sich auch der mutmaßliche Bandenchef.

Seit Mittwochmorgen wurden demnach mehr als 20 Wohn- und Geschäftsräume in Nordrhein-Westfalen durchsucht sowie zwei Callcenter in Istanbul und Antalya. Dem Bericht zufolge agierten die Mitglieder der 60-köpfigen Bande aus Callcentern in der Türkei und gaben sich am Telefon fälschlicherweise als Polizisten aus.

Ihre meist älteren Opfer hätten sie aufgefordert, Geld und andere Wertgegenstände herauszugeben, weil sie angeblich in Gefahr seien, hieß es. Demnach gehören die Verdächtigen zu einer türkischstämmigen Großfamilie aus Datteln in Nordrhein-Westfalen. Opfer in zehn Bundesländern seien seit 2017 um mehr als drei Millionen Euro betrogen worden.

In NRW gab es wegen der falschen Polizisten 22 Durchsuchungen von Wohnungen, Geschäftsräumen und Fahrzeugen, unter anderem in Köln, Bochum, Münster, Datteln, Rheine und Dortmund. Die Staatsanwaltschaften in Osnabrück und Koblenz ermitteln gegen die Bande. Sie soll für rund 100 Taten verantwortlich sein, wobei der Schwerpunkt in NRW, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz liegt. (AFP, dpa)

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