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Paris : "Spider-Man" aus Mali rettet Kind von Balkon

Ein junger Mann aus Mali klettert in Paris an der Fassade eines Gebäudes hoch, um ein Kleinkind zu retten. Jetzt wird er gefeiert - und erhält die französische Staatsbürgerschaft.

Rettung in Paris: "Spiderman" greift ein
Rettung in Paris: "Spiderman" greift einFoto: Screenshot BBC

Ein junger Zuwanderer aus Mali ist in Paris zum Volkshelden avanciert, nachdem er ein Kleinkind an einem Balkon im vierten Stock eines Wohnhauses gerettet hat. Videoaufnahmen zeigen, wie sich der 22-Jährige in Sekundenschnelle an der Fassade von Balkon zu Balkon empor hangelt, wo sich das Kind an der Außenseite eines Geländers festklammert.

In sozialen Medien wird Mamoudou Gassama als „Spiderman aus dem XVIII.“ gefeiert, in Anspielung auf den Filmhelden und den 18. Pariser Stadtbezirk.

Der Migrant erhält die französische Staatsbürgerschaft. Das teilte die Regierung am Montag mit. Zudem wird er Mitglied der Pariser Feuerwehr.

Staatspräsident Emmanuel Macron zeichnete Mamoudou Gassama mit einer Goldmedaille für seinen Mut aus und twitterte Fotos von dem Treffen. Er lobte die "heroische Tat" des jungen Mannes. Gassama lebt seit einem halben Jahr ohne Papiere in Frankreich. Regierungssprecher Benjamin Griveaux twitterte, dieser "Akt riesiger Tapferkeit" müsse "die Türen unserer nationalen Gemeinschaft öffnen".

Nach ersten Ermittlungen war der Junge allein zuhause und anscheinend auf das Balkongeländer geklettert. „Ich hörte viele Leute schreien. Ich bin losgerannt, um zu sehen, was ich machen kann. Ich kriegte einen Balkon zu fassen und bin dann einfach so hochgeklettert, Gott sei Dank habe ich ihn gerettet“, sagte der Westafrikaner, der ohne Aufenthaltsgenehmigung in Frankreich lebte.

Bürgermeisterin Anne Hidalgo dankte dem Retter und teilte auf Twitter mit, die Stadt Paris werde ihm dabei helfen, sich in Frankreich niederzulassen. Für den Vater des Jungen wird die Geschichte ein Nachspiel haben: Ihm drohen laut AFP wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht bis zu zwei Jahre Gefängnis und 30.000 Euro Buße. (dpa, KNA)

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