Alte Landkarten sollen helfen

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Update
Pegel sinken, Gefahr bleibt : Hochwasser: Helfer kämpfen, Ministerpräsidenten tagen

Landkarten aus den vergangenen Jahrhunderten sollen jetzt im Kampf gegen die Hochwasserfluten im Norden von Sachsen-Anhalt helfen. Denn die Elbe sucht sich nach dem großen Deichbruch in Fischbeck bei Tangermünde, rund 130 Kilometer westlich Berlins, offenbar den ursprünglichen Flussverlauf. Trotz eines Großaufgebots an Bundeswehrtechnik und anderen Einsatzkräften konnte der am Montag gerissene Deich noch nicht wieder geschlossen werden. Die starke Strömung riss alle aus der Luft abgeworfenen Steinblöcke und Sandsäcke wieder fort. Inzwischen ist selbst das 30 Kilometer von der Bruchstelle entfernte Städtchen Sandau von den Wassermassen bedroht.

Die Elbe wurde erheblich eingedeicht

In den letzten Jahrhunderten ist die Elbe in diesem Bereich erheblich eingedeicht worden, um vor allem der Schifffahrt und der Landwirtschaft gute Verhältnisse zu schaffen. „Der Fluss hatte ursprünglich einen ganz anderen Verlauf“, schilderte der Sandauer Bürgermeister Henry Wagner die Situation. „Anhand alter Karten müssen wir jetzt die alten Flutrinnen finden.“

Der Elbe müsse die Möglichkeit gegeben werden, das Wasser wieder in die alten Rinnen abzugeben. Entlang dieser historischen Flussarme könnte dann auf Höhenzügen versucht werden, mit Sandsackbarrieren ein weiteres Ausbreiten des Wassers zu verhindern. An anderen Stellen stehen die Chancen offensichtlich schlecht, der Wucht des Wassers Einhalt zu gebieten.

Wassermassen der Elbe drängen die Einwohner zwischen Tangermünde und Havelberg zur Flucht

Deshalb mussten auch im Laufe des Mittwochs die Einwohner mehrerer kleinerer Orte zwischen Tangermünde und Havelberg ihre Häuser verlassen. Oft mussten die Rettungskräfte Menschen in großer Eile zur Evakuierung überreden. Innerhalb weniger Stunden stand danach das Wasser kniehoch oder höher in den Häusern.

Nicht zuletzt dieser Deichbruch hat die Situation in den weiter flussabwärts gelegenen Gebieten von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein merklich beruhigt. In der Prignitz im Nordwesten Brandenburgs der Landrat Hans Lange von einer „sehr erfreulichen Entwicklung. Der Pegel falle weiter und habe am Vormittag 7,60 Meter angezeigt, 25 Zentimeter weniger als am vergangenen Sonntag. Dennoch erfordere die Hochwasserlage eine genaue Beobachtung der Deiche.

Die meisten Helfer hatten einen Ruhetag eingelegt. „Man wird ihre Kräfte möglicherweise noch brauchen“, sagte der Landrat. Das Wasser soll noch mehrere Tage auf einem hohen Stand verharren und täglich um einige Zentimeter zurückgehen. (mit dpa und Reuters)

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