Plötzlich berühmt : Wie ein Junge vom Mobbingopfer zum Onlinestar wird

Der neunjährige Quaden Bayles erklärte vergangene Woche in einem Video, dass er am liebsten sterben würde. Jetzt erfährt er viel prominente Unterstützung.

Quaden Bayles während des Rugby-Spiels von den Indigenous All-Stars gegen die Maori Kiwis.
Quaden Bayles während des Rugby-Spiels von den Indigenous All-Stars gegen die Maori Kiwis.Foto: imago images/AAP

Das Video, das Quaden Bayles nach der Schule zeigt, muss jedem nahegehen. Darin schluchzt der neunjährige Aborigine-Junge, der kleinwüchsig geboren wurde, herzerweichend. Nachdem er den ganzen Tag über gemobbt worden war, fragte er seine Mutter nach einem Messer und sagte. „Ich möchte mich selbst umbringen... Ich möchte jetzt sofort sterben.“

Seine Mutter nahm den emotionalen Zusammenbruch ihres Sohnes zum Anlass, eine Botschaft gegen Schikane aller Art aufzuzeichnen. „Das ist der Effekt, den Mobbing hat“, sagte sie in dem Video. „Könnt ihr das bitte alle euren Kindern, euren Familien und euren Freunden beibringen.“ Doch nur wenig rechnete die Mutter mit der Resonanz, die ihr Video innerhalb weniger Tage haben würde. Millionen Menschen weltweit schauten es an, Medien aus aller Welt berichteten darüber. Tausende Menschen schickten dem Neunjährigen Nachrichten, selbst einige bekannte Persönlichkeiten meldeten sich über soziale Medien zu Wort.

Der australische Schauspieler Hugh Jackman lud eine Videobotschaft für den Neunjährigen auf soziale Medien, in der er sagte: „Du hast in mir einen Freund.“ Dann rief der Hollywood-Star die Menschen dazu auf, nett zueinander zu sein.

Am Wochenende wurde der Neunjährige nun von seinem Lieblings-Rugbyteam eingeladen. Er durfte zusammen mit einem rein aus indigenen Spielern aufgebauten Team auf den Platz auflaufen. Seine Mutter Yarraka Bayles sagte vor Reportern, diese Geste habe seine Träume erfüllt. „Er sagte, er erlebte erst den schlimmsten und dann den besten Tag seines Lebens.“ Sein Traum sei es, selbst ein Rugby-Spieler zu werden. Das werde zwar in der Realität nicht passieren und er wisse das, aber das sei das Nächstbeste für ihn gewesen.

Doch das Mobbing sollte für den kleinen Jungen noch kein Ende nehmen. Innerhalb weniger Tage nach der Veröffentlichung des Videos tauchten Lügengeschichten über ihn im Internet auf, in denen behauptet wurde, er sei gar nicht neun Jahre alt, sondern ein 18-jähriger Schauspieler und das Video sei gestellt gewesen. Obwohl ältere Medienberichte, in denen seine Mutter über die Krankheit ihres Sohnes spricht, beweisen, dass Quadens Alter keine Lüge ist, verbreiteten sich die Behauptungen im Internet. Nachdem unzählige Trolle anfingen, Quaden und seine Mutter mit Nachrichten und Vorwürfen zu bombardieren, löschte Yarraka Bayles das Video im Internet und stellte ihre Instagram-Seite auf privat um.

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