Popstar Pink, Nicole Kidman, Ash Barty : Stars spenden Millionen an australische Feuerwehr

Sie gelten in Down Under schon jetzt als Helden – nun haben einige Weltstars den Feuerwehrleuten in Australien rund 15 Millionen gespendet.

Feuerwehrleute kämpfen gegen die starken Waldbrände in Australien. Großspenden erhielten sie nun von Pop- und Filmstars.
Feuerwehrleute kämpfen gegen die starken Waldbrände in Australien. Großspenden erhielten sie nun von Pop- und Filmstars.Foto: Dean Lewins/AAP/dpa

Bei einem internationalen Spendenaufruf für australische Feuerwehrleute, die derzeit gegen die verheerenden Buschbrände in ihrem Land kämpfen, sind bereits knapp 25 Millionen australische Dollar (15,5 Millionen Euro) zusammengekommen. Die Summe wurde am Sonntag erreicht, zwei Tage nach der Veröffentlichung des Spendenaufrufs durch die australische Künstlerin Celeste Barber im Onlinedienst Facebook.

Unter den Spendern waren mit jeweils 500.000 australischen Dollar US-Popstar Pink und die australische Schauspielerin Nicole Kidman. Die australische Tennis-Weltranglistenerste Ash Barty sagte zu, alle ihre Einnahmen aus dem internationalen Tennisturnier in Brisbane in dieser Woche zu spenden.

Australien wird seit Monaten von verheerenden Buschbränden heimgesucht, 24 Menschen starben in den Flammen. Mehr als 1.500 Häuser und Gebäude wurden seit September beschädigt. Im gesamten Land wurde inzwischen eine Fläche doppelt so groß wie Belgien zerstört. Die Lage spitzte sich jüngst noch weiter zu.

Koala-Population stark dezimiert

In Australien sind bislang zehntausende Koalas in den Flammen der verheerenden Buschbrände ums Leben gekommen. Besonders dramatisch ist die Lage auf der bei Touristen beliebten Känguru-Insel, wo nach Angaben von Tierschützern die Hälfte der geschätzt 50.000 Koalas den Feuern zum Opfer fiel. Die dortigen Bestände sind zentral für den Fortbestand der ganzen Tierart. Derweil wurde aus den Reihen der Feuerwehr heftige Kritik am Umgang von Premierminister Scott Morrison mit den Buschbränden laut.

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Tierschützer schlugen Alarm angesichts der Brände, die mittlerweile ein Drittel der Känguru-Insel erfasst haben. Viele der Tiere, die den Flammen entkommen konnten, hätten „extreme“ Verletzungen, sagte Sam Mitchell vom dortigen Wildpark am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Andere hätten ihren natürlichen Lebensraum verloren und seien nun vom Hungertod bedroht.

Der Tod zehntausender Koalas auf der Känguru-Insel dürfte fatale Folgen für die ganze Tierart haben: Einer Studie der University of Adelaide zufolge sind die Koalas auf der Känguru-Insel besonders wichtig, da sie als einzige nicht von Chlamydien befallen sind. Die Bakterien verursachen bei Koalas Blindheit, Unfruchtbarkeit und führen oft zum Tode. Die Infektion ist unter Koalas in den Bundesstaaten New South Wales und im östlichen Queensland verbreitet und taucht auch in Victoria auf.

Kritik an australischem Premier hält an

Derweil geriet Premierminister Morrion unter den Feuerwehrleuten, die seit Monaten gegen das Flammeninferno kämpfen, massiv in die Kritik. Der 57-jährige Feuerwehrmann Paul Parker sagte AFP, er sei „absolut entsetzt“ über die Regierung in Canberra, „vor allem Scott Morrison“. Parker verurteilte vor allem Äußerungen des Regierungschefs, wonach die tausenden freiwilligen Feuerwehrleute gerne gegen die Flammen kämpften. „Sie haben keine Ahnung, Mann“, sagte Parker an Morrison gerichtet.

Seit Beginn der Brandsaison im September sind mindestens drei Feuerwehrleute ums Leben gekommen. Der Leiter der Feuerwehr in New South Wales, Shane Fitzsimmons, attestierte Morrison in einem Radio-Interview einen Mangel an „grundlegender professioneller Höflichkeit“. Zudem nannte Fitzsimmons es „sehr enttäuschend“, dass er aus den Medien habe erfahren müssen, dass Morrison 3000 Reservisten der Armee zur Unterstützung der Feuerwehr mobilisiert habe.

Es handelt sich um die größte Zwangseinberufung von Reservisten in der Geschichte Australiens. Gegen die Entscheidung hagelte es bereits nach der Verkündung am Samstag Kritik an Morrison. Gegner warfen dem Premier vor, die Einberufung werbewirksam auf seinem persönlichen Twitter-Kanal verbreitet zu haben, versehen mit Bildern der Brandkatastrophe.

Am Sonntag brannten weiterhin rund 200 Feuer, viele davon waren außer Kontrolle. Allerdings sanken die Temperaturen leicht, blieben aber vielerorts weiter über 40 Grad.

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