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Portugiesische Galeere : Badeverbote auf Mallorca nach Fund von Giftquallen

Die Tentakeln der Gattung "Portugiesische Galeere" werden bis zu 30 Meter lang. Die Behörden versichern, dass die Tiere bis zum Hochsommer wieder weg sind.

Vor der Küste der Inselhauptstadt Palma sei in der Nähe des beliebten Strandes Ciudad Jardin ein totes Exemplar der äußerst giftigen Quallengattung Portugiesische Galeere gefunden worden.
Vor der Küste der Inselhauptstadt Palma sei in der Nähe des beliebten Strandes Ciudad Jardin ein totes Exemplar der äußerst...Foto: Sabrina Hentschel/dpa


Das Auftauchen von im Mittelmeer ungewöhnlichen Giftquallen beunruhigt Behörden und Touristen an den spanischen Küsten. Schon vor ein paar Wochen wurden Exemplare der Quallenart „Portugiesische Galeere“ vor den Inseln Ibiza und Formentera gesichtet – am Dienstag twitterte der Notdienst der Balearen, dass tote Tiere der Quallenart auch am Strand von Molinar auf Mallorca entdeckt wurden.

Die Badegäste und Strandbesucher in der Meeresbucht der Inselhauptstadt Palma wurden zu „großer Vorsicht“ aufgerufen. Die Bevölkerung soll beim Auftauchen weiterer Quallen sofort die Sicherheitsbehörden benachrichtigen.

Die bläulich schimmernde Portugiesische Galeere ist eigentlich im Atlantik heimisch. Ihr Körper wird bis zu 30 Zentimeter groß, die Tentakel, an denen sich giftige Nesselzellen befinden, können aber 30 Meter lang sein. Die Quallen schwimmen an der Wasseroberfläche und sind daher relativ gut sichtbar. Auch in früheren Jahren wurden gelegentlich Exemplare dieser Quallenart vor Mallorca entdeckt, die mit Wind und Wellen vom Atlantik ins Mittelmeer getrieben wurden.

Eine Berührung, auch mit toten Tieren oder Tentakelresten, kann zu Hautverbrennungen führen. Bei geschwächten Personen oder Allergikern kann das auch tödlich enden. Mediziner empfehlen, zuerst an der Haut klebende Tentakelreste mit Handschuhen zu entfernen. Dann sollten die Wunden vorsichtig mit Salzwasser, nie mit Süßwasser, gereinigt werden. Im Zweifelsfalle solle man einen der Rettungsposten am Strand oder einen Arzt aufsuchen.

Den Quallen wird es bald zu warm im Mittelmeer

Der regionale Notdienst bat die Strandgäste um extreme Vorsicht. Und die Stadtverwaltung verhängte nach der Sichtung zweier lebender Portugiesischer Galeeren übereinstimmenden Berichten zufolge erste Badeverbote: Rote Flaggen seien an Stränden der Viertel Can Pastilla und Molinar gehisst worden, schrieb etwa „Diario de Mallorca“.

An der gegenüberliegenden spanischen Festlandküste, im Raum Alicante, wurden in den letzten Tagen etliche Strände wegen Quallenalarms gesperrt. So wehten etwa in den Urlauberhochburgen Benidorm oder Torrevieja rote Flaggen. In Alicante wird darüber nachgedacht, vor den Stränden Netze einzusetzen, um die Nesseltiere von den Küsten fernzuhalten.

Ein Sprecher der mallorquinischen Küstenbehörden beruhigte derweil Urlauber. Man könne davon ausgehen, dass die Portugiesische Galeere im Hochsommer wieder aus dem Mittelmeer verschwindet. Sie sei an die niedrigen Temperaturen des Atlantiks gewöhnt, das Mittelmeer werde ihr zu warm.

Der natürliche Feind der Quallen sind die Meeresschildkröten. Sie sind gegen das Quallengift immun.

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