Eine Chance für den Menschen

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Raumfahrt-Mission MarsOne : Einmal Mars und nie zurück: Denis Newiak aus Potsdam will dabei sein
Katharina Wiechers

Newiak, der sich selbst als politischen Menschen bezeichnet, denkt auch an globale Probleme wie Armut auf der Erde oder die Umweltzerstörung. Für ihn ist die Mission eine Art zweite Chance für die Menschen. „Aus den Fehlern der Vergangenheit können wir in der Zukunft auf der Erde wie auf dem Mars lernen“, meint er. An eine Kolonisation des Planeten in naher Zukunft glaubt er zwar eher nicht. Aber er ist der Meinung, dass das Projekt den Menschen weiterhelfen könnte – auch durch die technischen Neuerungen, die ein solches Projekt mit sich bringt. „Die Reise zum Mond brachte damals ja auch einen unheimlichen Innovationsschub mit sich“, sagt er.

Das Projekt MarsOne stößt auf Kritik

Natürlich gebe es auch Kritiker, sogar von einem Selbstmordkommando sprächen manche. Doch Denis Newiak ist vom Sinn des Projekts überzeugt. Und verweist auf die Vergangenheit: „Als die Eisenbahn erfunden wurde, dachten viele, dass es den Menschen wegen der Geschwindigkeit die Köpfe abreißen wird.“ Er weiß, dass noch zahlreiche Hürden zu überwinden sind, bevor die Mars-Siedlung tatsächlich steht. Deshalb ist der 25-Jährige auch nicht restlos davon überzeugt, dass es klappt. „Aber es ist berechtigt, dass man darüber nachdenkt“, findet er.

Eine Hürde ist natürlich das Geld. Sechs Milliarden US–Dollar hat „Mars One“ an Kosten angesetzt, und Zweifler halten sogar das noch für zu wenig. Die Mittel sollen vor allem durch die mediale Vermarktung der Mission eingenommen werden, denn die Reise, ihre Vorbereitung und das Leben auf dem Mars sind als riesiges TV-Ereignis geplant, sozusagen Big Brother XXL. Doch Denis Newiak betont, dass es ihm nicht darum geht, im Mittelpunkt zu stehen, oder ein Abenteuer zu erleben. Ihm liege vor allem an der Forschung, sagt der 25-Jährige.

Auf „Mars One“ sei er eher zufällig gestoßen, erinnert sich der Student. Dass er tatsächlich dabei sein könnte, hat er erst vor einigen Tagen erfahren. Gerade saß er in der Fahrerkabine einer Potsdamer Trambahn – einmal in der Woche verdient er sich seit einigen Monaten so etwas Geld dazu – und machte eine Pause. „Im Laufe des Jahres“ sollte das Bewerbungsverfahren abgeschlossen sein, und 2013 neigte sich schon dem Ende zu. Es war ein 30. Dezember, an dem Denis Newiak die sensationelle Nachricht per Email bekam: Er ist eine Runde weiter. Ob er tatsächlich fliegen wird, erfährt er in den kommenden Monaten.

Angst, in elf Jahren vielleicht gar nicht mehr die Erde verlassen zu wollen, etwaweil er eine Familie gegründet hat, hat Denis Newiak nach eigener Aussage nicht. „Momentan ist da nichts geplant“, sagt der Student. „Ich bin ungebunden.“

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