Regierung hofft auf weniger Unfalltote : Auf Landstraßen in Frankreich gilt ab sofort Tempo 80

Das neue Tempolimit ist heftig umstritten - doch die Regierung argumentiert, die Sicherheit auf den Landstraßen werde deutlich erhöht.

Arbeiter installieren an einer Straße ein neues Schild.
Arbeiter installieren an einer Straße ein neues Schild.Foto: Pascal Pavani/AFP

Auf rund 400.000 Kilometern Landstraße in Frankreich darf seit Sonntag nur noch mit Tempo 80 gefahren werden. Bislang galt eine Obergrenze von 90 Stundenkilometern. Mit der neuen Geschwindigkeitsbeschränkung zum Beginn der Sommerurlaubszeit will die französische Regierung den Straßenverkehr sicherer machen. Sie argumentiert, dass eine niedrigere Geschwindigkeit auf Landstraßen 300 bis 400 Unfalltote pro Jahr vermeiden könnte. Im vorigen Jahr waren 3448 Menschen auf Frankreichs Straßen getötet worden.

Wer zu schnell fährt, dem droht eine Geldbuße von mindestens 68 Euro. Premierminister Édouard Philippe verteidigte den Schritt der französischen Regierung: Die Idee sei nicht, zu bestrafen, sondern das Verhalten zu ändern und Leben zu retten. Zusätzliche Bußgeldeinnahmen sollen in die Versorgung von Unfallopfern fließen.
Die Maßnahme hat indes zahlreiche Proteste ausgelöst. Noch am Samstag demonstrierten Hunderte Motorradfahrer in Paris gegen die Begrenzung. Nach mehreren Umfragen sind rund drei Viertel der Franzosen gegen das neue Tempolimit. Es gilt außerhalb von Ortschaften für alle Straßen ohne Mittelleitplanken mit jeweils nur einer Fahrspur pro Richtung. In Deutschland dürfen Autos auf Landstraßen bis zu 100 Kilometer pro Stunde fahren. (dpa)

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