Revisionsprozess : Härtere Strafen für Gruppenvergewaltiger in Hamburg

Im Prozess um die Gruppenvergewaltigung einer 14-Jährigen in Hamburg erhöht das Gericht die Strafen. Die Gefühllosigkeit der Tat sei schockierend, urteilten die Richter.

Einer der Angeklagten im Gerichtssaal des Landgerichts
Einer der Angeklagten im Gerichtssaal des LandgerichtsFoto: Daniel Reinhardt/dpa

Nach der Gruppenvergewaltigung eines 14-jährigen Mädchens im Hamburger sind drei der fünf Angeklagten in einem Revisionsprozess zu Freiheitsstrafen verurteilt worden. Das Landgericht hatte die Angeklagten bereits im Oktober 2016 zu Haftstrafen verurteilt, vier davon jedoch auf Bewährung.

Die Richter sprachen ihnen am Mittwoch zwischen zwei Jahren und neun Monaten und viereinhalb Jahren Haft zu. „Die Gefühllosigkeit dieser Tat hat nicht nur uns, sondern auch die Öffentlichkeit schockiert“, hieß es in der Urteilsbegründung.

Die drei Jugendlichen, die zum Tatzeitpunkt zwischen 14 und 17 Jahre alt waren, sowie ein 21-Jähriger hatten das Mädchen am 11. Februar 2016 auf einer Geburtstagsfeier im Stadtteil Harburg zuerst betrunken gemacht und dann gemeinsam mit besonderer Brutalität vergewaltigt. Anschließend legten sie die 14-Jährige bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nur mit Unterwäsche bekleidet im Hinterhof ab.

Der einzige erwachsene Angeklagte, ein damals 21-jähriger Serbe, hatte im ersten Verfahren eine Freiheitsstrafe von vier Jahren erhalten. Er wurde nun zu vier Jahre und sechs Monate verurteilt.

Eine mitangeklagte, zum Tatzeitpunkt 15-Jährige Deutsche filmte das Tatgeschehen mit ihrem Handy. Sie wurde - ebenso ein damals 16-Jähriger - zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Bei den männlichen Jugendlichen handelte es sich um zwei Deutsche und einen Serben. (dpa)

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