Roboter auf Mars : Forscher wollen Marsmaulwurf befreien

Seit Monaten steckt der Roboter im Boden fest. Jetzt wollen Forscher ihn befreien, damit er den Wärmestrom im Innern des Roten Planeten messen kann.

Der sogenannte "Marsmaulwurf" ist ein Instrument zur Messung des Wärmestroms im Innern des Roten Planeten.
Der sogenannte "Marsmaulwurf" ist ein Instrument zur Messung des Wärmestroms im Innern des Roten Planeten.Foto: imago/Reiner Zensen

Ein in Deutschland entwickelter Roboter steckt seit mehr als einem halben Jahr auf dem Mars fest. Das als Marsmaulwurf bezeichnete Gerät HP3 soll den Wärmestrom im Inneren des Roten Planeten messen. Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erhoffen sich Hinweise darauf, ob der Rote Planet noch immer über einen heißen, flüssigen Kern verfügt. Das Problem ist: Der Maulwurf müsste fünf Meter tief in den Boden, steckt aber in einer Tiefe von nur 35 Zentimetern fest.

Die Ursache dafür sei, dass sich der Maulwurf ein breites Loch gegraben habe, in dem er keinen Halt mehr finde, sagte der wissenschaftliche Leiter des Projekts, Tilman Spohn, am Freitag. Anstatt sich weiter nach unten zu bohren, hüpfe er sozusagen auf der Stelle. Das DLR plant deshalb, den Maulwurf mit der Schaufel eines Roboterarms gegen die Wand des Lochs zu drücken. So soll er genug Halt finden, um sich in den Boden zu hämmern.

Man müsse es sich vorstellen, als ob man einen Nagel in die Wand hauen wolle, die Wand an der Stelle aber etwas bröselig sei, sodass der Nagel zu locker sitze und immer wieder rausspringe, sagte Spohn. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Maulwurf auf einen Stein gestoßen sei, so wie man anfangs vermutet habe, liege nach Berechnungen von Geologen bei nur fünf Prozent.

Der Roboterarm, der den Maulwurf an die Wand des Lochs drücken soll, gehört zum Lander „InSight“, der die ganze Apparatur zum Mars gebracht hat. Der Arm war ursprünglich nur dafür vorgesehen, die Instrumente auf der Oberfläche auszusetzen. Jetzt wollen ihn die Wissenschaftler von der Erde aus aber so umsteuern, dass er den Maulwurf festklemmt. Das sei mit einem kleinen Risiko verbunden, räumte Spohn ein: Es sei möglich, dass der Maulwurf eine Delle bekomme. Deshalb hatten die Wissenschaftler vorher ausprobiert, ob man das Loch nicht mithilfe des Roboterarms ein bisschen zuschütten kann. „Wir haben aber gemerkt, das geht schwer, weil der Boden fester ist als gedacht. Und dann haben wir uns gedacht, gut, dann klemmen wir ihn ein.“ (dpa)

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