Rücktrittswunsch : Ungarns katholischer Militärbischof will heiraten

Ungarns katholischer Militärbischof, Tamas Szabo, will nach Medienberichten heiraten und soll deswegen Papst Benedikt XVI. gebeten haben, von seinen Ämtern entbunden zu werden.

Budapest - Weder der Geistliche noch das ungarische Episkopat wollten sich bislang zum Grund von Szabos Rücktrittswunsch äußern. Die Tageszeitung "Nepszabadsag" und das Internet-Portal "index" berichteten jedoch unabhängig voneinander unter Berufung auf "zuverlässige Quellen" über den Fall. Bereits in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Papst Benedikt XVI. dem Wunsch Szabos (50), von seinen Funktionen entbunden und aus dem Bischofsamt entlassen zu werden, stattgegeben hat.

Gründe für das Ausscheiden des Militärgeistlichen im Generalsrang waren damals nicht genannt worden. Es hieß lediglich, dass der Papst aufgrund einer Kirchenrechtsbestimmung gehandelt habe, derzufolge ein Bischof seinen Rücktritt einreichen muss, wenn er wegen einer Krankheit oder wegen "anderer schwerwiegender Gründe" daran gehindert ist, sein Amt auszuüben. In der katholischen Kirche müssen Priester sexuell enthaltsam leben und dürfen nicht heiraten. Das Zölibat gilt als ein Hauptgrund für den Priestermangel in vielen Ländern. Szabo war 2001 zum Militärbischof ernannt worden. Von 1993 bis 1999 arbeitete er als Sekretär des damaligen päpstlichen Nuntius in Budapest, Erzbischof Karl-Josef Rauber. (tso/dpa)

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