Sechsfachmord in Rot am See : Mutmaßlicher Täter spricht über Motiv

Den Ermittlern hat der Beschuldigte berichtet, warum er sechs enge Familienmitglieder tötete. Die Behörden halten aber noch zurück, was genau er sagte.

Rot am See: Trauerbekundungen vor dem Tatort.
Rot am See: Trauerbekundungen vor dem Tatort.Foto: Marvin Koss/imago images/onw-images

Der mutmaßliche Sechsfachmörder von Rot am See hat gegenüber Ermittlern über sein Motiv für die Tat gesprochen. Was genau er gesagt hat, will die Staatsanwaltschaft allerdings noch nicht veröffentlichen, da die Ermittlungen noch weitergingen. Das teilte die Staatsanwaltschaft Ellwangen und das Polizeipräsidium Aalen am Montag mit.

Der 26-Jährige soll am Freitag seine ganze nähere Verwandtschaft getötet haben: Er erschoss mit einer halbautomatischen Waffe Vater und Mutter, Onkel, Tante und zwei Stiefgeschwister. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen, er sitzt in Untersuchungshaft.

Medienberichten zufolge könnten Erbstreitigkeiten Anlass für die tödlichen Schüsse gewesen sein. Die Ermittler erklärten, die Familie habe sich "wegen einer bevorstehenden Familienangelegenheit" getroffen, nähere Angaben zur konkreten Familienangelegenheit machten sie aber nicht. Nach dpa-Informationen stand die Beerdigung der Großmutter des mutmaßlichen Täters kurz bevor.

Der Beschuldigte, ein Sportschütze, lebte mit seinem Vater in einer Wohnung über einem Lokal, das der Vater betrieb. In und um das Gebäude fielen die tödlichen Schüsse.

Verletzter außer Lebensgefahr

Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis starben alle sechs Getöteten im Alter von 36 bis 69 Jahren an Schussverletzungen. Ein bei der Tat schwer verletzter 68-Jähriger befindet sich inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr.

Zwei Jungen im Alter von 12 und 14 Jahren, nach dpa-Informationen Söhne der Stiefschwester des mutmaßlichen Täters, konnten sich bei Nachbarn in Sicherheit bringen. Zuvor hatte der Mittzwanziger sie mit seiner Waffe bedroht. (AFP, Tsp, dpa)

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