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Seit Beginn der Hauptklettersaison : Zehn Todesfälle am Mount Everest

Wegen günstigen Wetters staute es sich zuletzt am höchsten Gipfel der Welt. Das könnte ein Grund für die vielen Todesfälle sein.

Eine lange Schlange von Bergsteigern am Mittwoch, 22. Mai 2019, auf dem Mount Everest.
Eine lange Schlange von Bergsteigern am Mittwoch, 22. Mai 2019, auf dem Mount Everest.Foto: AFP

Am Mount Everest sind binnen vier Tagen sieben Bergsteiger und ein Bergführer ums Leben gekommen. Insgesamt liegt die Zahl der Toten seit Beginn der Hauptklettersaison am höchsten Berg der Welt in der vergangenen Woche damit bei zehn. Weitere zehn Bergsteiger starben an anderen 8000er-Bergen im Himalaya wie dem Lhotse und dem Annapurna, zitierte die Zeitung „The Himalayan Times“ Regierungsbeamte.

Beobachter sagten, manche der Todesfälle könnten damit zusammenhängen, dass zu viele Bergsteiger auf einmal versuchten, den Mount Everest zu erklimmen. Dadurch kam es demnach zu langen Wartezeiten auf gesundheitlich gefährlicher Höhe.

Am Mittwoch und Donnerstag kamen - unabhängig von einander - ein 55-jähriger US-Amerikaner, zwei indische Frauen im Alter von 53 Jahren und ein 27-jähriger Inder beim Abstieg vom Gipfel des 8848 Meter hohen Bergs ums Leben. Alle vier hatten nach Berichten von Sherpas unter Erschöpfung gelitten. Am Freitag wurde der Tod eines 65-jährigen Österreichers bekannt, der auf der weniger genutzten Strecke auf der tibetischen Seite unterwegs war.

In der Vorwoche waren ein Ire verunglückt und ein Inder tot in seinem Zelt gefunden worden.

Ein 33 Jahre alter nepalesischer Bergführer brach am Freitag beim Aufstieg mit einer Gruppe zusammen und wurde zum Basislager hinuntergeflogen, wie sein Arbeitgeber mitteilte. Dort hätten Ärzte nur noch den Tod des Mannes feststellen können. Der Touren-Veranstalter Everest Parivar Expedition teilte mit, ein 44-jähriger britischer Bergsteiger habe am Samstagmorgen zwar den Gipfel des 8848 Meter hohen Berges erreicht, sei dann aber nach nur 150 Metern beim Abstieg zusammengebrochen und gestorben. Ein weiterer Mann aus Irland starb nach Angaben seines Tour-Veranstalters bereits am Freitag auf der tibetischen Seite des Berges. Der 56-Jährige war demnach auf dem Weg zum Gipfel umgekehrt, aber dann am North-Col-Pass auf 7000 Metern Höhe in seinem Zelt gestorben.

Lange Schlange auf dem „Dach der Welt“

Wegen günstigen Wetters hatte es sich vor allem am Mittwoch am Everest-Gipfel gestaut. Mehr als 200 Kletterer nahmen den Gipfel in Angriff. Zuvor hatten starker Schneefall und heftiger Wind den Beginn der Saison verzögert. Ein im Internet verbreitetes Foto eines Bergsteigers zeigte eine lange Schlange auf dem „Dach der Welt“.

Seit der ersten Besteigung des Everest im Jahr 1953 schafften es inzwischen mehr als 5000 Menschen auf den Gipfel des Bergs an der Grenze zwischen Nepal und dem von China verwalteten Tibet. Mehrere Hundert kamen jedoch bei dem Versuch ums Leben.

Wegen der schwierigen Witterungsbedingungen ist die Hauptsaison auf wenige Wochen im Frühjahr begrenzt. Für die Genehmigung zahlen ausländische Bergsteiger umgerechnet rund 9000 Euro. Diesmal wurden 375 Genehmigungen erteilt - ähnlich viele wie in vergangenen Jahren. Im vorigen Jahr hatte es fünf Todesfälle am Everest gegeben. (mes, dpa, AFP)

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