Stockholm : Explosion in einem Haus der Schwedischen Akademie

In einem Haus der Schwedischen Akademie hat es eine Detonation gegeben. Die Akademie war zuletzt wegen eines Missbrauchsskandals mehrfach in den Schlagzeilen.

Ein Absperrband. (Symbolbild)
Ein Absperrband. (Symbolbild)Foto: MICHAEL REYNOLDS/dpa

In einem Haus im Zentrum Stockholms, das der Schwedischen Akademie gehört, hat es eine Explosion gegeben. Nach Angaben der Polizei detonierte in der Nacht zu Montag etwas im Treppenhaus. Verletzt wurde niemand. Der Fall werde als gefährlicher Vandalismus betrachtet.

Der Zeitung „Dagens Nyheter“ sagte ein Polizeisprecher, vor der Eingangstür habe eine Autobatterie gestanden, von der aus Kabel ins Treppenhaus führten. Die Zeitung „Mitt I Stockholm“ berichtete, unter der Adresse seien Angestellte der Akademie gemeldet. Die Schwedische Akademie bestätigte am Nachmittag, dass ihr das Haus gehöre. Es habe im Vorfeld keine Drohungen gegeben.

Akademie sucht neuen Weg aus der Krise

Die Schwedische Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, ist wegen eines Missbrauchs- und Korruptionsskandals immer wieder in den Schlagzeilen und musste in diesem Jahr sogar den Literaturnobelpreis absagen. Damit dies 2019 nicht erneut geschieht, soll nun ein Komitee bestehend aus fünf Mitgliedern der Akademie und fünf externen, sachkundigen Beratern über die Gewinner der nächsten beiden Literaturnobelpreise 2019 und 2020 entscheiden, hieß es in einer Mitteilung der Akademie vom Montag.

Damit kommt die Akademie der Forderung der Nobelstiftung nach, ein unabhängiges Gremium zur Ernennung der Preisträgerin oder des Preisträgers einzusetzen, das nicht direkt an der Krise beteiligt ist.

Zum Beraterkreis zählen die Schriftsteller Gun-Britt Sundström und Kristoffer Leandoer, die Literaturkritikerinnen Rebecka Kärde und Mikaela Blomqvist sowie der Kritiker und Übersetzer Henrik Petersen. Aus der Akademie gehören der Vorsitzende Per Wästberg, Horace Engdahl, Kristina Lugn, Anders Olsson und Jesper Svenbro dem Komitee an. (dpa)

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