Supermarktkette empört mit „Frauenmord“-Shirt : Carrefour entfacht Sturm der Entrüstung in Italien

Scharfe Kritik an der französischen Supermarktkette: Carrefour hatte in Italien ein T-Shirt mit frauenfeindlicher Aussage verkauft.

Carrefour ist das zweitgrößte Einzelhandelsunternehmen Europas.
Carrefour ist das zweitgrößte Einzelhandelsunternehmen Europas.Foto: Loic Venance/AFP

Mit einem frauenfeindlichen T-Shirt hat eine Supermarktkette Carrefour in Italien Empörung ausgelöst. Auf dem Shirt ist eine Frau neben einem Mann abgebildet, die auf ihn einredet. „Problem“ steht darunter. Daneben steht ein Bild, in dem der Mann die Frau in einen Abgrund schubst, „solved“ (Problem gelöst), heißt es darunter. Carrefour ist nach der Schwarz-Gruppe das zweitgrößte Einzelhandelsunternehmen Europas.

Carrefour entschuldigte sich für den Vorfall und teilte mit, dass aus Versehen zwei T-Shirts in einen einzigen Laden in Rom gelangt seien. Sie seien sofort zurückgezogen worden, teilte das Unternehmen am Samstag mit. Die beiden T-Shirts seien durch einen Fehler in den Vertrieb gelangt, nachdem von dem Hersteller andere Aufdrucke bestellt worden waren, die aber den gleichen Code gehabt hätten, sagte ein Carrefour-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Jedoch war der Sturm der Entrüstung groß - zumal Gewalt gegen Frauen und Frauenmorde in Italien ein großes Problem sind. „In einem Land, in dem alle 72 Stunden eine Frau getötet wird, verkauft man sowas bei Carrefour in Rom. Ohne Worte! Schande“, erklärte das Frauenschutzzentrum Casa internazionale delle Donne auf Facebook. „Es ist sehr schlimm, wenn ein Unternehmen Shirts produziert, die zum Frauenmord anstacheln. Es ist noch schlimmer, wenn Carrefour in Italien sie vertreibt“, schrieb die sozialdemokratische Senatorin Valeria Fedeli auf Twitter.

Weltweit wurden einer UN-Studie zufolge im Jahr 2017 rund 87.000 Frauen getötet, davon 50.000 von ihrem Partner oder von Familienangehörigen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) benutzt den Begriff Femizid, wenn von Morden an Frauen die Rede ist, weil sie Frauen sind. (dpa)

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