Unbeständige Sommertage in Deutschland : Heftige Unwetter in Europa

In Deutschland hat sich die extreme Hitze verabschiedet. Den Rekordtemperaturen vom Donnerstag folgte in vielen Regionen Regen. In einigen Teilen Europas gibt es heftige Unwetter.

Nordrhein-Westfalen, Hünxe-Drevenack: Feuerwehrleute zersägen einen umgestürzten Baum, der eine Straße versperrt. In dem Ort gab es zuvor ein hefitges Gewitter.
Nordrhein-Westfalen, Hünxe-Drevenack: Feuerwehrleute zersägen einen umgestürzten Baum, der eine Straße versperrt. In dem Ort gab...Foto: Arnulf Stoffel/dpa

Nach einer von Rekordhitze geprägten Woche endet der Juli in Deutschland mit moderaten Temperaturen. Schon am Wochenende war es vielerorts bewölkt - insbesondere im Süden gab es am Sonntag Regenschauer und einige starke Gewitter.

Die neue Woche startet nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Montag im Westen und Südwesten meist trocken. Auf Gewitter und lokale Unwetter mit Starkregen und Hagel müssen sich die Menschen in Ostbayern und einigen Regionen Ostdeutschlands einstellen. Dort besteht gebietsweise Unwettergefahr. Die Höchstwerte liegen zwischen 25 und 31 Grad.

Der Dienstag bietet dem DWD zufolge bei Werten von bis zu 32 Grad kein einheitliches Bild. So bringt der Tag im Nordosten bei dichter Bewölkung Schauer mit sich. Ansonsten ist es zunächst heiter bis wolkig und meist trocken. Nachmittags dürften es auch im Westen und im Südwesten zu Schauern und Gewittern kommen. Der Mittwoch zeigt sich bei Schauern und Gewittern ebenfalls „nahezu landesweit unbeständig“. Vor allem im Südwesten können längere sonnige und trockene Abschnitte sommerliche Stunden bringen.

Mehrere Tote in Italien

In einigen Teilen Europas gab es am Wochenende schwere Unwetter. In Italien kamen dabei mehrere Menschen ums Leben. Eine Frau starb in der Nacht zum Sonntag in ihrem Auto, das bei Rom von starkem Wind erfasst und weggeschleudert worden war, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Der Bürgermeister von Fiumicino, Esterino Montino, berichtete auf Facebook von einem „gewaltigen Tornado“ mit großen Schäden: „Es sieht aus wie auf einem Kriegsschauplatz.“

In der Toskana richteten Unwetter Sachschäden und Überschwemmungen an: Die Provinz Arezzo habe es am schlimmsten getroffen, teilte die Feuerwehr mit. Ein Mann sei gestorben, als er von Schlamm-Massen erfasst worden sei. In den Südtiroler Alpen bei Bozen wurde eine 45-jährige Norwegerin während eines Extremberglaufs vom Blitz getroffen und erlag später ihren schweren Verletzungen.

In mehreren Teilen Österreichs führten Unwetter zu Muren, Überschwemmungen und Verkehrsbehinderungen. Am Samstag war besonders das südliche Bundesland Steiermark betroffen, wo Hagel und Starkregen Keller und Straßen unter Wasser setzten, berichtete der Sender ORF. In Tirol gingen einige Schlamm- und Steinlawinen ab. In Rauris bei Salzburg riss ein Bach eine Brücke weg und beschädigte ein Wohnhaus.

Überschwemmungen in der Provinz Barcelona

Wegen eines heftigen Unwetters wurden am Flughafen El Prat in Barcelona am Samstagmittag alle Landungen für eine halbe und alle Starts sogar für ungefähr eine Stunde eingestellt. Hinzu kamen Dutzende Flugstreichungen wegen eines Streiks. In der Stadt und in der Provinz Barcelona habe es zahlreiche Überschwemmungen gegeben, berichteten Medien. Viele Bäume wurden durch Windböen entwurzelt.

Auch in Kroatien und Slowenien tobten am Sonntag schwere Unwetter, in deren Verlauf mindestens ein Mensch ums Leben kam. Von der Halbinsel Istrien bis nach Dubrovnik im Süden wurden schwere Stürme und Starkregen gemeldet. Häuser wurden abgedeckt, Bäume entwurzelt. In der Hafenstadt Split brach der Verkehr in überfluteten Straßen zusammen. Auf der Insel Krk warfen mehrere Windhosen Jachten ans Land, zogen anschließend Schneisen der Verwüstung. In Bonini, in der Nähe des slowenischen Urlaubsorts Koper, wurde ein 71-Jähriger nach Medienberichten vom Blitz getroffen und getötet. (dpa)

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