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Sie hätten Online-Aktivität einstellen müssen : Rebellische Nonnen in Österreich lehnen Angebot der Kirche nach „Besetzung“ ihres Klosters ab
Die Nonnen hatten weltweit für Schlagzeilen gesorgt, nachdem sie aus einem Pflegeheim ausgebrochen waren und ihr Kloster besetzt hatten. Ein neues Angebot vom zuständigen Propst lehnen sie ab.
Stand:
Die Nonnen von Goldenstein haben ein Angebot der Kirche zum Verbleib in dem von ihnen besetzten Kloster in Österreich abgelehnt. „Alle drei Schwestern haben aus juristischen Gründen einstimmig beschlossen, diese Vereinbarung nicht zu unterzeichnen“, teilte eine Sprecherin der katholischen Nonnen mit.
Die Bedingungen seien unzumutbar. So dürften sich die Schwestern, ihre Helferinnen und Helfer nicht mehr in sozialen Medien äußern, hieß es. Das würde die Ordensfrauen ihres Schutzes durch die interessierte Öffentlichkeit berauben.
Die angebliche Zusage der Kirche, dass die Schwestern bei Einhaltung der Bedingungen in dem Kloster bei Salzburg bleiben dürften, bestehe nur „bis auf Weiteres“ und sei juristisch wertlos, so die Sprecherin weiter.
Den Ordensfrauen, die aus einem Altersheim „ausgebrochen“ und in ihr leer stehendes Kloster zurückgezogen waren, war ein entsprechender Vorschlag vom Propst Markus Grasl unterbreitet worden. Sie dürften unter bestimmten Bedingungen „bis auf Weiteres“ im Kloster Goldenstein bleiben.
Zu den Bedingungen für einen Verbleib der Augustiner-Chorfrauen in dem Kloster bei Salzburg gehört nach Angaben eines Sprechers die Einstellung der Aktivitäten auf Online-Medien – über diese hatten die betagten Ordensfrauen weltweit für Aufsehen gesorgt und massenhaft Unterstützung bekommen.
Auch heißt es in dem Angebot, dass die Schwestern für einen Platz im Pflegeheim angemeldet werden sollten, um ihn bei Bedarf in Anspruch zu nehmen. „Sobald die Schwestern in solcher Weise pflegebedürftig sind, dass die Betreuung im Kloster nicht mehr möglich ist“, müssten die betagten Nonnen ins Pflegeheim, erklärte Propst Grasl.
Zudem soll den drei Frauen im Alter von 82, 86 und 88 Jahren Pflegepersonal 24 Stunden am Tag zur Seite stehen und sich eine Ärztin um ihre medizinische Versorgung kümmern.
Außerdem müsse die Rolle der Helferinnen und Helfer überdacht werden. Sie seien weiterhin als Gäste im Kloster willkommen, ihr umfassender Einsatz sei aber nicht mehr notwendig. „Die für ein geistlich-spirituelles Leben im Kloster notwendige Klausur wird wiederhergestellt“, heißt es in dem Angebot.
„Ich bin weiterhin der Meinung, dass die Schwestern in einem Pflegeheim umfassend betreut werden würden, nehme aber den Wunsch der drei sehr ernst“, erklärte Grasl. (AFP/dpa)
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