Urteil in Bielefeld : Lebenslang im Fall der vergifteten Pausenbrote

Ein Gericht hat einen Mann wegen versuchten Mordes verurteilt. Er hatte seine Kollegen vergiftet. Ein Opfer liegt im Koma, zwei weitere sind nierenkrank.

Der Angeklagte während des Prozesses in Bielefeld
Der Angeklagte während des Prozesses in BielefeldFoto: Friso Gentsch/dpa

Ein Mann aus Ostwestfalen ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er Kollegen über Jahre vergiftet haben soll. Das Landgericht Bielefeld wertete das als versuchten Mord. Zudem ordneten die Richter Sicherungsverwahrung für den 57-Jährigen an, da die Richter von einem Hang zu weiteren schweren Straftaten ausgehen. Sie sehen es als erwiesen an, dass er heimlich Pausenbrote und Getränke der Kollegen mit Schwermetallverbindungen bestreute.

Zwei der Opfer sind durch die Vergiftung schwer nierenkrank, ein dritter Kollege liegt mit einem nicht heilbaren Hirnschaden im Wachkoma. „Der Versuch des Mordes liegt in diesem Fall sehr nah am Tod“, hatte der Staatsanwalt vor einer Woche in seinem Plädoyer gefordert. Der mutmaßliche Täter schwieg auch im Prozess zu seinen Motiven.

Einem der heute kranken Kollegen war ein weißes Pulver auf einem Brot aufgefallen. Er wurde stutzig, machte Fotos und schaltete die Firmenleitung ein. Die ließ eine Videoüberwachung in dem Pausenraum installieren. Die Aufnahmen, die auch in dem Prozess als Beweis gezeigt und verwendet wurden, zeigten den jetzt Verurteilten dabei, wie er das Pulver in von den Kollegen unbeobachteten Momenten auf deren Stullen verteilte. (tsp/dpa/AFP)

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