US-Bischofskonferenz in Baltimore : Erstmals Hispano-Amerikaner an der Spitze möglich

Bei der Bischofskonferenz deutet alles auf eine Wahl des Erzbischofs von Los Angeles, Jose Gomez hin. Er wäre der erste nicht-weiße Vorsitzende.

Auch bei der US-Bischofskonferenz in Baltimore steht der weltweite Missbrauchsskandal im Vordergrund.
Auch bei der US-Bischofskonferenz in Baltimore steht der weltweite Missbrauchsskandal im Vordergrund.Foto: Friso Gentsch/dpa

Auf der am Montag in Baltimore beginnenden Herbsttagung der US-Bischofskonferenz (USCCB) geht der Erzbischof von Los Angeles, Jose Gomez, bei der Wahl zum neuen Präsidenten des Gremiums als Favorit ins Rennen. Der 67-Jährige wäre der erste USCCB-Vorsitzende mit Migrationshintergrund. Der bisherige Präsident, Kardinal Daniel DiNardo (70) aus Galveston-Houston, wird sein Amt nach drei Jahren abgeben. Traditionell übernimmt der Stellvertreter den Vorsitz. Gomez hatte dieses Amt in den vergangenen Jahren inne.

Der Erzbischof aus Los Angeles gilt als gemäßigter Konservativer, aber auch als ein Mann klarer Worte. Ende der 1980er Jahre wanderte der Mexikaner, der dem Opus Dei angehört, in die USA ein und erhielt 1995 die US-Staatsbürgerschaft. Gomez gilt als Verfechter einer Einwanderungspolitik, die für illegal in den USA lebende Migranten die Staatsbürgerschaft anstrebt. Lateinamerikaner stellen etwa 37 Prozent der US-Katholiken.

Konferenz steht im Zeichen der Missbrauchsskandale

Wie bereits bei den beiden jüngsten Herbsttagungen steht auch diesmal in Baltimore der Missbrauchsskandal in der katholischen US-Kirche auf der Tagesordnung. Unter anderem soll über ein landesweites Meldesystem entschieden werden, das auch Fehlverhalten und Missbrauch durch Bischöfe mit einschließt. Vor diesem Hintergrund wollen die Bischöfe auch die Priesterausbildung reformieren, um zu verhindern, dass ungeeignete Kandidaten zu Priestern ordiniert werden.

Nicht anwesend in Baltimore sind die Bischöfe aus New York, die zeitgleich in Rom mit Papst Franziskus zu den traditionellen „Ad-limina“-Gesprächen zusammenkommen. Sie sollen von dort an den Abstimmungen teilnehmen. (KNA)

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