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Wegen Missbrauchs angeklagt : US-Milliardär Epstein verletzt in Gefängniszelle gefunden

Jeffrey Epstein soll Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht haben. Jetzt lag der prominente Geschäftsmann bewusstlos in seiner Zelle.

Jeffrey Epstein im Jahr 2008 in Florida vor Gericht.
Jeffrey Epstein im Jahr 2008 in Florida vor Gericht.Foto: imago images / ZUMA Press

Der wegen Missbrauchs minderjähriger Mädchen angeklagte US-Unternehmer Jeffrey Epstein ist Medienberichten zufolge verletzt in seiner Gefängniszelle in New York gefunden worden. Der 66-Jährige habe am Mittwoch (Ortszeit) halb bewusstlos mit Spuren an seinem Hals auf dem Zellenboden der Haftanstalt in Manhattan gelegen, berichteten der Fernsehsender NBC und die „New York Post“ unter Berufung auf nicht genauer genannte Quellen aus dem Umfeld der Ermittlungen.

Wie er sich die Verletzungen zugezogen habe, war noch unklar. Die Ermittler halten demnach einen Suizidversuch für möglich. Sie untersuchten aber auch, ob Epstein Opfer eines Angriffs wurde Anwälte für den Geschäftsmann wollten sich laut Medienberichten zunächst nicht zu der Sache äußern.

Die New Yorker Staatsanwaltschaft hatte vor zwei Wochen neue Vorwürfe gegen Epstein erhoben. Sie beschuldigt ihn, zwischen 2002 und 2005 Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Epstein plädierte auf nicht schuldig. Medienberichten zufolge wirft die Staatsanwaltschaft ihm auch vor, Zeugen bestochen zu haben, die gegen ihn aussagen könnten.

Epstein hatte zuvor versucht, auf Kaution freizukommen. Der 66-Jährige legte Einspruch gegen die Entscheidung eines New Yorker Gerichts aus der vorherigen Woche ein, wonach er bis zum Prozessbeginn im Gefängnis bleiben muss. Das geht aus einem Gerichtsdokument hervor, dass der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag vorlag. Wann über den Einspruch entschieden werden könnte, war zunächst noch nicht klar.

Der Kriminalfall ist ein Thema bis ins Weiße Haus. US-Präsident Donald Trump zählte zu seiner Zeit als New Yorker Immobilienmogul genauso zu Epsteins Freunden wie der frühere Amtsinhaber Bill Clinton und der britische Prinz Andrew. Vor zwei Wochen trat Arbeitsminister Alexander Acosta zurück. Er war in die Kritik geraten wegen eines Deals, den er als Staatsanwalt in Florida mit Epstein ausgehandelt hatte. Der Milliardär bekannte sich damals schuldig, minderjährige Prostituierte an Klienten vermittelt zu haben. Er kam mit einer 13-monatigen Haftstrafe davon, offenbar mit deutlichen Hafterleichterungen verbunden. Außerdem blieb ihm ein Prozess vor einem Bundesgericht erspart.

Deutsche Bank prüft Geschäftsbeziehungen zu Epstein

Inzwischen untersucht auch die Deutsche Bank Geschäftsbeziehungen zu Epstein. Das Unternehmen führe eine gründliche Prüfung durch und sehe sich „absolut verpflichtet“, mit allen relevanten Behörden zu kooperieren, teilte ein Sprecher am Dienstag in New York mit.

Das Geldhaus reagierte damit auf einen Bericht des „Wall Street Journal“, wonach es Epstein mehrere Jahre lang bei der Verwaltung von Millionen von Dollar über Dutzende von Bankkonten hinweg geholfen haben soll. Das Finanzblatt stützt sich auf Insider. Den anonymen Quellen nach geht die Bank davon aus, alle Geschäftsverbindungen zu Epstein Ende Juni komplett gekappt zu haben. (Tsp, dpa, AFP)

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