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Wetter am Rosenmontag : Zug in Köln trotz Sorge vor Sturmböen gestartet

Werden die Rosenmontagszüge vom Winde verweht? Bis zum Start bangen die Karnevalisten. Der Zug in Bottrop ist abgesagt, Düsseldorf und Koblenz starten später.

Karnevalisten in Köln feiern beim Rosenmontagszug - trotz der Sorge vor schweren Sturmböen.
Karnevalisten in Köln feiern beim Rosenmontagszug - trotz der Sorge vor schweren Sturmböen.Foto: Federico Gambarini/dpa

Ungeachtet der Sorge vor Regen und schweren Sturmböen ist in Köln der Rosenmontagszug gestartet. Zum Start des Zugs am Morgen war es in der rheinischen Karnevalshochburg allerdings trocken, zum Teil zeigte sich sogar blauer Himmel. Allerdings müssen die Jecken wegen des erwarteten schlechten Wetters auf Schilder, Fahnen und tragbare Großfiguren verzichten; zudem müssen die Pferde der Reitercorps im Stall bleiben.

Das Festkomitee Kölner Karneval hatte am Montagmorgen entschieden, dass alle großen Motivwagen mitfahren sollen. Der Kölner Rosenmontagszug ist der größte in Deutschland. Dort warteten die verkleideten Karnevalisten schon am Montagmorgen dicht gedrängt auf den Zug mit seinen Motivwagen.

Züge in Düsseldorf und Koblenz starten verspätet

In Düsseldorf sollte der Rosenmontagszug später beginnen - um 13.30 Uhr statt wie ursprünglich geplant um 11.50 Uhr. In der NRW-Landeshauptstadt kann der Zug nur bis Windstärke 7 stattfinden. Bei Windstärke 8 - offiziell „stürmischer Wind“ - brechen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) Zweige ab, und das Gehen im Freien ist erheblich erschwert. Die Wetterexperten rechneten erst für den Nachmittag mit einer spürbaren Beruhigung der Lage.

Wie in Düsseldorf beginnt auch der Rosenmontagsumzug in Koblenz wegen Sturmgefahr verspätet. Statt um 12.11 Uhr werde der Zug erst um 14.11 Uhr starten, sagte der Vizepräsident der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval (AKK), Christian Johann, am Morgen.  Die Veranstalter hoffen, dass sich die Wetterlage bis dahin beruhigt hat. Zudem wurde die Koblenzer Strecke um einen Kilometer verkürzt. Damit soll sichergestellt werden, dass alle Wagen vor Einbruch der Dunkelheit zurückkommen.

Mainzer Zug pünktlich, aber abgesteckt

Begleitet von heftigem Wind und „Helau!“-Rufen hat sich der Mainzer Rosenmontagszug um 11.11 Uhr in Bewegung gesetzt. „Der Zug läuft in abgespeckter Version“, sagte Zugmarschall Markus Perabo. „Aber die Sonne ist da, und die Narren lachen am Zugrand.“ Wegen Sturmprognosen der Meteorologen mussten 100 Reiter auf ihre Pferde verzichten, auch die großen Fahnen des Umzugs wurden diesmal nicht mitgeführt.

Insgesamt waren etwa 8665 aktive Teilnehmer auf den Beinen. Elf Motivwagen nahmen aktuelle Themen wie die US-Klimapolitik, den Brexit oder die große Koalition sowie Mainzer Lokalthemen satirisch auf die Schippe.

Die Teilnehmer benötigen gut zweieinhalb Stunden für die 7,2 Kilometer lange Strecke, für die Zuschauer dauert der Umzug etwa vier Stunden. Die Umzugsteilnehmer packten nach einer Schätzung des Mainzer Carneval-Vereins (MCV) rund 130 Tonnen Bonbons, Bälle oder Brausepulver auf die Wagen.

Zug in Bottrop abgesagt

In Bottrop im Ruhrgebiet wurde der Umzug abgesagt. Enttäuschung in Bottrop: „Das ist natürlich für die vielen Engagierten schwer zu verdauen, die Herzblut und Engagement in die Jubiläumsdarstellung, aber auch in die sonstigen guten Ideen aller Karnevalsgruppen für den Rosenmontagszug gesteckt haben“, sagte Oberbürgermeister Bernd Tischler. Die Gefahr durch den Sturm sei aber zu groß.

In Duisburg startet der Zug zwei Stunden später um 15.11 Uhr, in Ratingen bei Düsseldorf wurde der Zug um fünf Stunden verschoben und beginnt nun erst um 15.11 Uhr, Aachen wollte eine Stunde später um 12.11 Uhr starten, Münster verschiebt um zwei Stunden auf 14.11 Uhr. Überall haben die Veranstalter aber bis zuletzt die aktuellen Wetterprognosen im Blick, um zu entscheiden, ob der Zug womöglich sogar ganz abgesagt werden muss.

In der Nacht zum Montag hatte der starke Wind in Düsseldorf und Köln Äste von Bäumen abbrechen lassen, Mülltonnen und Baustellenschilder wurden umgeweht. Die Feuerwehr Düsseldorf berichtete von zahlreichen Einsätzen. Bei der Bahn gab es vorübergehend Streckensperrungen im NRW-Regionalverkehr - vor allem wegen umgestürzter Bäume, wie die Bahn am Morgen mitteilte. Auf der Autobahn 4 bei Kerpen stürzte gegen 05.10 Uhr ein Baum auf die Strecke. Zwei Lastwagen und zwei Autos wurden stark beschädigt, es gab aber keine Verletzten.

In den Karnevalshochburgen am Rhein werden trotz der miesen Wetteraussichten auch in diesem Jahr wieder hunderttausende Menschen erwartet. In Köln steht der Karneval in diesem Jahr unter dem Motto "Uns Sproch es Heimat". In Düsseldorf wird unter dem Motto "gemeinsam jeck" gefeiert, in Mainz heißt es: "Der Gardisten bunte Pracht erfreut ganz Meenz an Fassenacht". (AFP, dpa)

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