Warum es erst einmal kälter wird, bevor das Klima ansteigt

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Wetter : Wo, bitte, bleibt die Klimaerwärmung?

Obendrein hat Mojib Latif bereits 2008 Computerrechnungen veröffentlicht, nach denen auch bei den Welttemperaturen der Klimawandel zurzeit eine Pause macht, die durchaus noch einige Jahre anhalten kann. „Das hängt mit natürlichen Schwankungen beim Weltklima zusammen, die unabhängig von den Einflüssen der modernen Zivilisation auftreten“, erklärt der Kieler Forscher.

Sowohl der tropische Pazifik wie auch die südlichen Ozeane zwischen dem 40. und dem 70. Breitengrad stecken seit einigen Jahren in einer natürlichen kühleren Phase. Insgesamt zeigt die natürliche Temperaturentwicklung auf der Welt daher nach unten. Dagegen heizen zwar die von der modernen Zivilisation freigesetzten Treibhausgase kräftig an, erreichen aber weltweit nur ein Unentschieden. „Wenn diese Atempause in einigen Jahren vorbei ist, kann das Klima diese Temperaturerhöhung leicht nachholen“, entkräftet Mojib Latif aber alle Hoffnungen auf eine Entwarnung beim Klimawandel. Der eisige Märzwinter 2013 bleibt also nur eine Episode.

Vor allem ist der lange Winter kein Vorbote für eine neue Eiszeit. Diese Sorge zerstreute am Dienstag Werner Curdt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS). Derzeit gebe es zwar eine relativ geringe Sonnenaktivität, die zu einer Abkühlung des Erdklimas führen könne. Aber: „Die aktuelle Wetterlage hierzulande ist keine Folge geringer Sonnenaktivität, sondern eher eine Eskapade“, sagte Curdt. In anderen Regionen der Nordhalbkugel, etwa in Sibirien, sei es derzeit wärmer als sonst um diese Jahreszeit.

Na, dann ist ja alles in Ordnung.

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