Wetterlage in Bayern : Unwetterwarnungen aufgehoben – Kein Neuschnee mehr

Nach sieben Tagen sollen im Landkreis Miesbach die Schulen wieder öffnen. In Salzburg sitzen derweil noch 41.000 Menschen fest – darunter David Hasselhoff.

Im österreichischen Ramsau Am Dachstein ist eine Lawine in ein Hotel gerauscht. Verletzt wurde niemand.
Im österreichischen Ramsau Am Dachstein ist eine Lawine in ein Hotel gerauscht. Verletzt wurde niemand.Foto: Khd52 S5/BFV LIEZEN/APA/dpa

Die Wetterlage in Bayern hat sich am Dienstag deutlich entspannt. Angesicht nachlassender Schneefälle hob der Deutsche Wetterdienst sämtliche Unwetterwarnungen auf. Im Landkreis Miesbach entschieden die Behörden, ab Mittwoch nach sieben schulfreien Tagen wieder den Schulbetrieb regulär aufzunehmen. Die Straßen- und Gehwegsituation habe sich deutlich entspannt, auch die Schülerbeförderung durch die Bayerische Oberlandbahn werde mit Einschränkungen wieder anlaufen, erklärte das Landratsamt.

Auch sonst herrscht leichtes Aufatmen in den Schneeregionen Bayerns: Bis Dienstagmittag erwarten Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nur noch rund fünf Zentimeter Neuschnee im bayerischen Alpenraum, nachdem dort seit Samstagabend bis zu einem Meter Schnee gefallen ist.

Allerdings werde der Neuschnee teils immer noch stark verweht, teilte der DWD am Morgen mit. Zudem drohe auch noch in der Nacht zum Mittwoch vielerorts Glätte durch Schnee, Schneematsch, gefrorene Nässe oder Reif. Nach wie vor laste auch hohes Gewicht durch den Schnee auf Bäumen und Gebäuden.

In den von den starken Schneefällen der vergangenen Tage betroffenen bayerischen Landkreisen blieb dennoch der Katastrophenfall bestehen. So teilte etwa der Landkreis Berchtesgadener Land mit, die Zahl der wegen der Schneelast als kritisch gemeldeten Dächer sei auf mehr als 1300 gestiegen. Davon seien aber mit 754 Dächern mehr als die Hälfte inzwischen geräumt worden. Auch die Lawinensituation blieb unverändert kritisch, im Alpenraum herrschte die Lawinenwarnstufe vier.

Österreich: Lawine trifft Hotel

Im österreichischen Ramsau hat in der Nacht eine Lawine ein Hotel getroffen. Die 60 Gäste und Angestellten konnten nach Angaben der Polizei vom Dienstagmorgen das Gebäude unverletzt verlassen. Im vorsichtshalber abgesuchten Lawinenkegel wurde niemand gefunden. Die Lawine verschob laut Polizei allerdings einige Autos und richtete Sachschaden an. Die Schneewalze hatte wegen der langen flachen Strecke bis zum Ort bereits viel von ihrer Wucht verloren. Auch am Montag hatte in Balderschwang im Allgäu eine Lawine ein Hotel getroffen und die Fenster eingedrückt. Auch hier wurde niemand verletzt.

In Österreich herrscht auch nach dem Nachlassen der Schneefälle große Lawinengefahr. Einige Orte, dazu gehört auch Ramsau, sind auf der Straße nicht erreichbar. Aufgrund der Wetterbesserung wird mit einer Entspannung der Situation im Lauf des Tages gerechnet. 

Unterdessen wurde bekannt, dass der US-Schauspieler und Sänger David Hasselhoff (66, "Baywatch") in Österreich festsitzt: "The Hoff" gehört zu den Eingeschneiten im österreichischen Urlaubsort Saalbach-Hinterglemm. Er postete am Montagabend ein Video, in dem er mit Bademantel, Stiefeln und Mütze durch den Schnee stapft. Dem Anschein nach überrascht über die Kälte des Schnees versucht er, sich fröstelnd zu einem Whirpool vorzuarbeiten - zumindest im Video ohne Erfolg.

Hasselhoff ist laut „Salzburger Nachrichten“ Stammgast in Saalbach-Hinterglemm. Am Donnerstag gibt er dort ein Konzert. Saalbach-Hinterglemm ist nach Angaben des Landes Salzburg seit Montagabend nicht mehr erreichbar. Die Zufahrtstraße wurde wegen Lawinengefahr sicherheitshalber gesperrt. Insgesamt sind im Bundesland Salzburg seit Montagabend mehr als 41.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten.

Viele Menschen in Bayern, Österreich und der Schweiz hoffen auf ein Ende der Schneefälle. Sie sollen laut Meteorologen heute ausklingen. Und auch in den Folgetagen droht den Prognosen zufolge kein Nachschub. Das Ende des fast zweiwöchigen Schneefalls werde es erlauben, nötige Lawinensprengungen vorzunehmen, hieß es. Danach dürften viele Straßensperren aufgehoben werden. (AFP, dpa)

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