Wie Prominente mit der Krise umgehen : Ein Bad in Milch und ein Mahl mit Pony

Madonna erntet einen Shitstorm, Schwarzenegger präsentiert seine Tierliebe und Britney Spears kreiert einen virtuellen Laufsteg. Prominente gehen ganz unterschiedlich mit der Krise um. 

Bleibt zu Hause: Lady Gaga.
Bleibt zu Hause: Lady Gaga.Foto: dpa

Prinz George, sein Bruder Louis und ihre Schwester, Prinzessin Charlotte, applaudieren all denen, die sich im britischen Gesundheitssystem gerade für die Coronakranken aufopfern. Das über die sozialen Medien geteilte Video mit den Urenkeln der Queen rührt viele Briten.

Auch andere Royals schlossen sich dem Applaus an. Hollywood-Star Angelina Jolie gab sich tatkräftiger. Eine Million Dollar spendete die Schauspielerin für Kinder, die wegen der Coronakrise derzeit keinen Zugang zu warmen Mahlzeiten haben. Lionel Richie denkt 35 Jahre, nachdem der Charity-Hit „We are the World“ veröffentlicht wurde, über eine Neuauflage nach. Auch er bleibt derzeit zu Hause. Sooft er es auch versucht habe, ihm falle kein anderer Titel ein.

Diese Krise betrifft rund um den Globus alle. Britney Spears geht auf ihre Weise mit der häuslichen Zurückgezogenheit um. Sie hat sich einen virtuellen Laufsteg gebaut, ist in ihren Kleiderschrank getaucht und führt der Netz-Gemeinde nun Teile vor „von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie besitze“, sagte sie dem US-Magazin People.

Was aber tun, wenn man sich in dieser Zeit hilflos fühlt und unter dem Kontrollverlust leidet? Lady Gaga hat schon früh eine gute Antwort darauf gefunden: Versucht’s doch mal mit Freundlichkeit. „Es ist so wichtig anzuerkennen, dass wir eine globale, liebenswürdige und einzigartige Gemeinschaft sind“, schrieb sie auf Instagram.

„Wenn wir liebevoll miteinander umgehen, dann können wir Teil der Lösung eines Weltproblems sein.“ Aus Rücksicht habe sie sich entschlossen, vorerst auf Kontakt zu verzichten und mit ihren Hunden in Quarantäne zu leben.

Der Terminator erheitert

Arnold Schwarzenegger geht die Krise robust an, indem er seine Follower aufzuheitern versucht. Der in Österreich geborene Terminator trifft ins Herz der Country-Amerikaner und Tierfreunde, wenn er im Video Pony und Esel um seinen Küchentisch versammelt.

Allerdings schwingen subtile Botschaften mit. Der Esel – als bescheidenstes aller Reittiere – biblisch bekannt von der Flucht der heiligen Familie und dem Palmsonntag mit dem Einzug nach Jerusalem, symbolisiert die Verlangsamung des Lebens in Krisenzeiten auf ein Minimum.

Das Pony könnte für ein besseres Leben stehen – für die Zeit danach, wenn alles überstanden ist. Zuletzt zeigte sich Arnold Schwarzenegger Zigarre rauchend im Pool, von wo aus er vor allem die Studenten in den Frühlingsferien aufforderte, vernünftig zu sein und zu Hause zu bleiben.

Arnold Schwarzenegger gibt kluge Ratschläge.
Arnold Schwarzenegger gibt kluge Ratschläge.Foto: Instagram


Auch beim Bad durfte ein Haustier nicht fehlen: Während der „Terminator“ seinen an die Jugend appellierte, tapste ein Yorkshire Terrier hinter seinem Rücken entlang und schlürfte ein wenig vom Badewasser des Schauspielers.

Shitstorm für Madonna

Sängerin Madonna verhielt sich weniger vorbildlich und der Situation angemessen. Sie musste, wie die „Gala“ berichtete, einen Shitstorm erleben, nachdem sie sich im Milchbad mit Rosenblättern präsentiert hatte und befand, was so schrecklich an dem Virus sei, das sei gleichzeitig auch das Großartige daran: „Es ist der große Gleichmacher.“

Das sahen die Follower der Diva nicht so. Zu ihnen gehörte eine Mutter, die für ihr Kleinkind vor dem Supermarkt nach Milch anstehen musste und das Bad der Popkönigin offensichtlich als Verschwendung betrachtete.

Viele Prominente gehören bereits zu den Erkrankten. Zum Beispiel Johannes B. Kerner, Friedrich Merz, Moderator Oliver Pocher und Placido Domingo, der in Quarantäne lebt. Der aus Crocodile Dundee bekannte US-Schauspieler Mark Blum ist in der vergangenen Woche an der Krankheit gestorben.

Nicht am Coronavirus erkrankt ist dagegen der Sänger der Band Rammstein Till Lindemann. Das jedenfalls teilte die Band auf ihrer Webseite mit. Der 57-Jährige sei am Donnerstagabend vom Arzt der Band in ein Krankenhaus eingewiesen worden und habe die folgende Nacht auf der Intensivstation verbracht. Mittlerweile gehe es ihm besser, der Test auf den Coronavirus sei negativ verlaufen.

Cathy Hummels trägt Maske.
Cathy Hummels trägt Maske.Foto: Instagram


Während Sänger und Filmstars auch sonst mit Unterstützung ihrer PR-Agenten in den sozialen Medien mit den Fans kommunizieren, beschränken sich Königinnen und Könige normalerweise auf strikte Zurückhaltung. Besonders, wenn es um aktuelle Geschehnisse geht.

Dass die Queen sich in dieser Situation persönlich zu Wort meldete, wirkt wie ein Paukenschlag. „Wir alle müssen unsere normale Alltagsroutine ändern zum Wohl der Gemeinschaft, in der wir leben“, schreibt sie. Zeiten wie diese erinnerten sie daran, dass die englische Geschichte geprägt sei von Menschen, die an einem Strang ziehen und sich auf ein gemeinsames Ziel konzentrieren könnten. Sie sei aber sicher, „dass wir dieser Herausforderung gerecht werden“.

Mehr Freizeit für Harry

Prinz Harry, gerade mit Frau Meghan erneut umgezogen, wird künftig noch mehr Freizeit haben. Die von ihm initiierten „Invictus Games“ für Veteranen, die eigentlich im Sommer in Den Haag stattfinden sollten, werden nun um ein Jahr verschoben.

Das aus den royalen Pflichten entlassene Paar war vergangene Woche mit einem Privatjet nach Kalifornien geflogen. Der britischen „Sun“ zufolge sei der Umzug schon länger geplant gewesen: „Sie haben erkannt, dass Kanada aus verschiedenen Gründen nicht passte, und sie wollten sich in der Region von Los Angeles niederlassen“, hieß es.

Elizabeth II. selbst hat sich, wie bereits berichtet, nach Windsor zurückgezogen. Kontakt zu ihrem ältesten Sohn Charles, der positiv auf Corona getestet wurde, soll sie zuletzt einen Tag, bevor er sich offenbar mit dem Virus infiziert hat, gehabt haben.

König Willem-Alexander der Niederlande und seine Familie setzten schon vor den britischen Royals das Zeichen, das in diesen Tagen auch in Berlin aus bürgerlichen Fenstern schon zu erleben war. Gemeinsam applaudierten sie vom Balkon des Schlosses Huis ten Bosch in Den Haag den Helfern, die die Folgen des Virus bekämpfen.

Ein Glas Rotwein

Königin Margrethe von Dänemark hatte sich wie die Queen bereits früh geäußert. „Unsere Wirklichkeit steht Kopf. Das fordert uns alle“, übersetzte „Der Nordschleswiger“ ihre Worte. Es fühle sich furchtbar und unwirklich an, aber es sei „unsere neue Wirklichkeit und wir müssen einsehen und lernen, dass wir alle dagegen etwas tun müssen“.

Otto Waalkes teilte ein typisch ostfriesisches Gesundheitsrezept. Sein jüngster Ottifant sitzt in einem grünen Sessel und rät: „Schön zu Hause bleiben und ’ne leckere Tasse Tee trinken. Das ist gesund! Dann geht die schlechte Zeit auch schneller vorbei.“

Reinhard Mey, der sich, wie auch David Garrett, schon schnell der Solidaritätsaktion #WirBleibenZuhause angeschlossen hat, greift zu härteren Geschützen. Er singt, in der Küche neben einem Glas Rotwein sitzend, „Komm, gieß’ mein Glas noch einmal ein…“ In dem Video wird deutlich, dass er diesmal nicht diversen Freunden „Gute Nacht“ sagen wird, sondern ausschließlich von Frau Hella nachschenken lässt.

Gut überstanden hat Schauspieler Tom Hanks die Krankheit: Nach seiner zweiwöchigen Covid-19-Quarantäne in Australien ist er jetzt mit seiner Frau Rita Wilson in die USA zurückgekehrt. Die „New York Post“ berichtete am Freitag, die beiden seien per Privatjet in Los Angeles angekommen – und könnten nicht glücklicher aussehen. Der 63-jährige Oscar-Preisträger habe auf der Landebahn des Flughafens niedergekniet und anschließen getanzt.

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