Zwei Tote durch Listerien : In Produkten dieser Marken steckte keimbelastete Wurst von Wilke

Das hessische Verbraucherschutzministerium hat eine Liste mit Marken veröffentlicht, die verunreinigte Wurst bezogen. Insgesamt handelt es sich um 13 Marken.

Blick auf die Produktionsgebäude des Fleischherstellers Wilke Wurstwaren.
Blick auf die Produktionsgebäude des Fleischherstellers Wilke Wurstwaren.Foto: Uwe Zucchi/dpa

Das Verbraucherschutzministerium in Hessen hat eine Liste mit den Marken veröffentlicht, die Produkte der inzwischen geschlossenen Wurstfabrik Wilke genutzt haben. Vergangene Woche war es durch mit Keimen verunreinigte Wurstwaren in Hessen zu zwei Todesfällen gekommen.

Das sind die betroffenen Marken: Service Bund „Servisa“, CASA, Pickosta, Sander Gourmet, Rohloff Manufaktur, Schnittpunkt, Korbach, ARO, Findt, Domino, Wilke.

Schon zuvor war bekannt geworden: Nach zwei Todesfällen durch keimbelastete Fleischwaren des nordhessischen Wurstproduzenten Wilke ist auch der Möbelkonzern Ikea vom Rückruf betroffen. Über einen Großhändler habe Ikea Deutschland Wurst-Aufschnitt für Kunden- und Mitarbeiterrestaurants von diesem Hersteller erhalten, sagte eine Sprecherin des Möbelkonzerns am Montag. Sie bestätigte damit entsprechende Angaben der Verbraucherorganisation foodwatch.

Die beliebten Hot Dogs oder auch Köttbullar seien indes nicht betroffen, teilte eine Ikea-Sprecherin auf Tagesspiegel-Anfrage mit. Diese Produkte stammten von anderen Lieferanten. "Es geht hier nur um den Aufschnitt zum direkten Verzehr, als etwas Salami". Bislang seien dem Unternehmen keine Kundenbeschwerden bekannt.

Was bislang über den Listerien-Skandal bekannt ist:

  • Durch keimbelastete Wurst gibt es zwei Todesfälle in Südhessen.
  • Den Behörden zufolge gibt es mittlerweile 37 Krankheitsfälle, die möglicherweise mit Wurstwaren der Firma im Zusammenhang stehen.
  • Die Produktion wurde inzwischen gestoppt und der Rückruf aller Produkte weltweit angeordnet.

Ikea war nach eigenen Angaben am Mittwoch durch den Großhändler über die Schließung von Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH informiert worden. „Aus diesem Grund haben wir als Vorsichtsmaßnahme den Verkauf aller Produkte des Herstellers umgehend gestoppt“, sagte die Sprecherin. Nicht betroffen sei das übrige Fleisch- und Wurstwaren-Sortiment aus dem Restaurant, dem Schwedenshop und dem Bistro. Mittlerweile gebe es einen neuen Lieferanten für Aufschnitt.

Waren von Wilke werden mit zwei Todesfällen in Südhessen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. Mehrfach wurden Listerien-Keime in Wilke-Produkten nachgewiesen. Die Keime können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sei. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hatte als Aufsichtsbehörde den Betrieb mit 200 Mitarbeitern am Dienstag vergangener Woche geschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. (TSP/dpa)

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