Regenbogenkiez in Schöneberg : Queere Traditionskneipe "Hafen" kann vorerst bleiben

Am 3. Januar sollte im "Hafen" eigentlich Schlüsselübergabe sein. Der Mietvertrag war ausgelaufen. Jetzt gibt's eine Verlängerung für die Traditionskneipe.

Unterstützer vor der von Schließung bedrohten Traditionsbar "Hafen" im Regenbogenkiez, Motzstraße in Berlin-Schöneberg.
Party statt Schlüsselübergabe. Die Solidaritätsparty für den "Hafen" war gut besucht.Foto: Thilo Rückeis

Die schwule Traditionskneipe „Hafen“ im Schöneberger Regenbogenkiez kann vorerst weitermachen und muss nicht schließen. Wie der Betreiber Ulrich Simontowitz sagte, kann der Pachtvertrag für das Lokal, das 1990 in der Motzstraße eröffnet wurde, um ein Jahr verlängert werden. Das sei zumindest ein Schritt in die richtige Richtung, aber noch kein längerfristige Lösung, sagte Simontowitz. Wie es danach weitergeht, stehe aber nach wie vor nicht fest. Deswegen sei die Reaktion verhalten. Man werde versuchen, die Zeit zu nutzen, um einen langfristigen Mietvertrag mit dem Eigentümer des Gebäudes abzuschließen. Bisher hat der „Hafen“ nur einen Pachtvertrag mit der ebenfalls schwulen Kneipe nebenan.

Am 3. Januar sollten eigentlich die Räume übergeben werden

Eigentlich war der Vertrag zum Jahresende ausgelaufen. Am 3. Januar sollte das Lokal geräumt übergeben werden. Stattdessen stieg in den Räumen aber eine große Solidaritätsparty, zu der viele Politiker und langjährige Gäste des Hafens kamen. Gefeiert wurde bis zum frühen Morgen, und auch in den Folgetagen hatte die Kneipe geöffnet. „Diese außergewöhnliche Solidarität ist eine Ehre, aber auch einer Verantwortung, derer ich mir bewusst bin.“ sagte Simontowitz. „Es zeigt uns, dass wir all die Jahre etwas Richtiges und Wichtiges für den Kiez gemacht haben, für das es sich zu kämpfen lohnt!“

Als bekannt wurde, dass dem Hafen das Ende drohte, meldeten sich viele Politiker mit Solidaritätsschreiben zu Wort. „Der Hafen ist seit 28 Jahren eine Institution – daher muss er als Teil dieses lebens- und liebenswerten Kiezes erhalten bleiben“, schrieb beispielsweise der CDU-Bundestagsabgeordnete aus Tempelhof-Schöneberg, Jan-Marco Luczak.

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