Transgender/Trans*

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Trans* und Intersexualität : Wilde Geschlechter

Transgender wird als Oberbegriff für alle Identitäten verwendet, die sich nicht mit (Hetero-)„Mann“ oder -„Frau“ beschreiben lassen. Gender ist das englische Wort für Geschlecht. Angesichts der großen Vielfalt sprechen Kenner aber nur noch von „Trans*“. Der Stern verweist eben auf die unendliche Fülle der Möglichkeiten, die sich gegen vereindeutigende Kategorien sperrt. Manche Formen des Trans* werden vor allem spielerisch betrieben. Wer etwa als Mann erzogen wurde, sich aber eines Morgens die Freiheit nimmt, sich heute als „unbestimmt“ oder als „Frau“ zu fühlen, kann aufregende Selbstbegegnungen machen, neue erotische Erlebnisse eingeschlossen.

Es kann sich bei Trans* um eine mentale Erfahrung handeln oder um einen Auftritt bei einer Szene-Party: als Cross-Dresser, Drag Queen, Drag King (Personen aller Geschlechter, die mit unterschiedlicher Absicht stereotype Geschlechterrollen darstellen und sich entsprechend kleiden), als Girl Fag (Frau, die besonders gerne mit Schwulen Umgang pflegt oder sich selbst „als schwuler Mann im Körper einer Frau“ betrachtet) und vieles andere mehr.

Manche Trans* wollen einfach Spaß. Andere wollen provozieren. Die meisten Menschen empfinden es als irritierend oder sogar als anmaßend, wenn eine Person sich als „Mann“ in Szene setzt, ohne über die dafür üblichen anatomischen Merkmale zu verfügen. „Solche Auftritte hinterfragen die herrschenden Verhältnisse. Denn sie machen bewusst, wie künstlich die Inszenierung von ,Mann’ und ,Frau’ überhaupt ist“, sagt Geschlechterforscherin Hark. Oder in den berühmten Worten von Simone de Beauvoir: „Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.“ Was natürlich auch für „Männer“ gilt. Während manche Trans* ihr subversives Spiel jederzeit beenden können, ist für andere das Leben als Trans* ein tiefes Bedürfnis. Diese Menschen leiden besonders unter feindseligen Reaktionen.

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