Die Hotelanlage Amalinda ist spektakulär in den Fels gebaut

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Simbabwe : Die Unschuld der Elefanten
Sharon Stead leitet die Amalinda-Lodge und gründete die Stiftung Mother Africa Trust.
Sharon Stead leitet die Amalinda-Lodge und gründete die Stiftung Mother Africa Trust.Foto: promo

Bis August 2015 sind nach Angaben der südafrikanischen Naturschutzbehörde allein in Südafrika 749 Nashörner getötet worden. Geht das so weiter, werden die Nashörner in den kommenden zwei Jahrzehnten ausgestorben sein. Im benachbarten Sambia bewachen ein Dutzend Wildhüter die acht Nashörner des Mosi-oa-Tunya-Nationalparks nahe den Viktoria-Fällen 24 Stunden am Tag.

Seit drei Jahren steigt die Zahl der Touristen im Hwange-Nationalpark im benachbarten Simbabwe. Grund genug für Wilderness „ein paar Risiken mehr einzugehen“, sagt einer der Entwickler von Camps auf dem Weg zu einer neuen Lodge.

Amerikanische Touristen sind immer gekommen. „Die haben keine Ahnung von Simbabwe und lesen oder hören deshalb auch keine schlechten Nachrichten“, sagt Sharon Stead, die in den Matobo-Mountains die spektakulär in den Fels gebaute Hotelanlage Amalinda betreibt. Europäer dagegen kämen, um „zu sehen, wie es in Mugabes Simbabwe so ist“, spottet Ntando.

Unsicherheit, Angst und Hoffnungslosigkeit liegen über dem Land

Der greise Robert Mugabe regiert das Land seit mehr als 30 Jahren mit sichtbar katastrophalem Erfolg. Die Wirtschaft des einmal landwirtschaftlich erfolgreichen Landes liegt darnieder. Die Simbabwer flüchten in Scharen ins Nachbarland Südafrika. „Sie schwimmen durch den Sambesi und lassen sich von Krokodilen fressen, durchqueren den Krüger-Nationalpark und lassen sich von Löwen fressen, und dann müssen sie auch noch mit fremdenfeindlichen Angriffen rechnen“, sagt Ranger Billy bitter, der die Gäste von Amalinda durch die Matobo-Mountains führt.

Solides Ambiete: Die Amalina-Lodge ist urtümlich gemütlich
Solides Ambiete: Die Amalina-Lodge ist urtümlich gemütlichFoto: Dagmar Dehmer

Auch Ntando hatte es in Südafrika probiert – und ist zurückgekehrt. In den Nachbarländern gibt es Probleme. In Kenia fürchten Safari-Touristen die schlechte Sicherheitslage und Tansania meiden sie aufgrund der hohen Preise. Davon profitiert Simbabwe. Ein „sicheres Reiseland“, wie Amalinda-Chefin Sharon Stead sagt. Man könnte es auch einen Polizeistaat nennen. Alle paar Kilometer wartet eine Polizeikontrolle.

„Mugabe ist ein Monster“, sagt Billy. Aber „einige Leute um ihn herum sind womöglich noch schlimmer“, meint Ntando. Alle warten darauf, dass der Greis – er ist 91 Jahre alt – stirbt. Aber keiner will wissen, was danach passiert. Unsicherheit, Angst und Hoffnungslosigkeit haben sich wie eine zähe Schicht über das Land gelegt.

Ein lautes, kehliges Geräusch. Elefanten?

Wer nur die Tiere sehen will und sich nicht für Politik interessiert, spürt davon nicht allzu viel. Die Menschen sind freundlich und tun ihr Bestes, um den Gästen eine gute Zeit zu bereiten. So wie Betty, die mit ihrem Mann Thambo „Little Mak“ leitet. Wie Ntando hat sie jahrelang in Südafrika gearbeitet. Sie war bei einer Nichtregierungsorganisation beschäftigt, die sich um die Verbesserung der Ernährungslage für Arme kümmerte. „Little Mak“ könnte eine „kleine Modernisierung“ gebrauchen, meint der Projektentwickler.

Das sehen die Gäste anders. Zum Abendessen sitzen sie mit den Beschäftigten an einem Tisch. Geschichten werden erzählt. Dann ist ein lautes, kehliges Geräusch zu hören. Elefanten? Diesmal sind es Löwen. Die Töne gleichen sich. Denn auch Elefanten bringen ein kehliges Grollen zustande. Überhaupt die Geräusche. Im Zelt zu liegen und den Löwen, den Hyänen, dem Knacken unter den Schritten der nachtaktiven Tiere zuzuhören, ist beeindruckend. Dazu der Nachthimmel – ein Meer von Sternen von Horizont zu Horizont, im Idealfall überstrahlt von einem riesigen Mond.

In den Matobo-Mountains, einem Unesco-Weltkulturerbe, sind es die Vögel, die einen in den Schlaf singen und morgens wieder wecken. Die Zimmer der Amalinda-Lodge sind direkt in den Fels gehauen, in einem ist sogar eine Buschmannzeichnung zu sehen. Ebenfalls direkt im Fels ist ein Pool, der von einer steilen Wand umsäumt ist und beim Schwimmen eine spektakuläre Aussicht bietet.

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