„Wir haben einen Nerv getroffen“

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Linienbus-Anbieter im Check : Eine Strecke, viele Preise
Caroline Uhl

„Ganz viele drängen auf den Markt – kleinere, größere, deutsche und ausländische Unternehmen“, berichtet die Fernverkehrsexpertin des ökologischen Verkehrsclubs Deutschland (VCD), Heidi Tischmann. „Man kann gar nicht den Überblick behalten.“ Martin Rammensee und zwei seiner Kommilitonen versuchen jedoch genau das. Schon vor dem Start des freien Fernbusmarktes schufen die drei ihre Internetseite busliniensuche.de. Über sie können die Nutzer nun per Suchoption herausfinden, welche Anbieter auf der gewünschten Strecke zu welchem Preis fahren.

Hinzu kommen Infos zum Komfort im Bus: Bei welchem Unternehmen gibt es unterwegs W-Lan, und wo sind die Sitzabstände besonders groß? Bei wem ist Fahrradtransport möglich und wer verlangt für große Koffer keine Extragebühr? Das Webportal für den Fernbusvergleich ist derzeit das einzige seiner Art in Deutschland. „Wir sehen, dass wir damit bei den Leuten einen Nerv getroffen haben“, sagt Rammensee. Angefangen habe das Portal Anfang des Jahres mit 100 Besuchern am Tag. Mittlerweile komme die Seite auf bis zu 4500 Nutzer täglich. Ausreichend Geld verdienen die drei mit ihrer Seite jedoch noch nicht. „Perspektivisch“ aber solle sich das ändern.

Wo gibt es überhaupt Fahrscheine für die neuen Busflotten? Wer im Internet nach seiner Verbindung gesucht hat, kann dort auch gleich sein Ticket kaufen. Gezahlt wird in der Regel über Kredit- oder EC-Karte, Lastschrifteinzug oder das Bezahlsystem Paypal. Die genauen Bezahlmöglichkeiten variieren je nach Anbieter. Den Fahrschein können sich Reisende am heimischen Computer ausdrucken. Manche Unternehmen bieten auch einen Ticketversand per Post an oder schicken die Fahrkarte virtuell samt QR-Code aufs Smartphone. Letzteres ist etwa bei Flixbus möglich.

BerlinLinienBus, der Fernbusanbieter der Bahn, beispielsweise bietet auch eine Ticketreservierung per Telefon an. Einzelne Anbieter arbeiten zudem mit Reisebüros oder Touristen-Informationen zusammen, die Fahrscheine für das Unternehmen verkaufen, oder sie betreiben eigene Reisecenter, wie es die Deutsche Touring macht. Auch ein Ticketkauf direkt vor Fahrtantritt beim Fahrer ist bei den meisten Unternehmen möglich. Allerdings gibt es dann keine Garantie, dass der Bus nicht schon ausgebucht ist.

Was passiert, wenn ich die Reise nicht antreten kann? „Die Stornierungs- und Umbuchungsbedingungen der Anbieter sind total unterschiedlich“, warnt Martin Rammensee von busliniensuche.de. Deshalb sollten sich Reisende beim Ticketkauf informieren, wie das Unternehmen mit derartigen Wünschen umgeht. Mal gibt es Geld zurück, mal einen Reisegutschein. Es gibt im Grunde so viele Varianten wie Unternehmen. (AFP/gws)

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