Nach 308 Tagen wieder in Hamburg

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Plüschmaskottchen auf Weltreise : Fred braucht keine Bordkarte
Unheimliche Begegnung in Coco Cay, Bahamas. Für Fred nicht wirklich ein Problem
Unheimliche Begegnung in Coco Cay, Bahamas. Für Fred nicht wirklich ein ProblemFoto: Fred-around-the-world

Als das Stofftierchen mit Luftpost versandt nach 308 Tagen wieder in Hamburg eintraf (Fred hatte seine Einschiffung in Buenos Aires verpasst …), wurde es sofort erneut vom Reisefieber, dem „travel bug“, gepackt. Mit ihrem Projekt „Fred around the world (Fratwo)“ knüpfen die beiden Macher an diese gleichnamige Spielart des „Geocaching“ an: „Travel bugs“ sind Gegenstände, die von Geocachern von einem Versteck zu einem anderen transportiert werden und deren dabei zurückgelegter Weg auf speziellen Internetseiten protokolliert wird.

Zu diesem Zweck ist jeder Travel Bug über eine eindeutige Zahlenkombination identifizierbar. Bei „Fratwo“ wird das Ganze nun mächtig ausgeweitet und professionell mit einem aufwendigen Internetauftritt unterstützt: Natürlich sehen wir auf einer Weltkarte immer, wo Fred sich gerade aufhält und bereits aufgehalten hat (genutzt wird eine frei editierbare „OpenStreetMap“). Wir können uns in seiner interaktiven Kabine umtun, die Logbucheinträge studieren oder ins Fotoalbum gucken. Das Neueste können wir uns twittern lassen oder auf Facebook mitverfolgen.

Wie in der internationalen Seefahrt üblich ist das Ganze – ohne jeglichen kommerziellen Hintergrund – auf Englisch abgefasst. Eine deutsche Version ist online, sodass auch Menschen mit nicht so guten Englischkenntnissen Fred auf seinen Reisen begleiten können. Es gibt einen Pressebereich mit Artikeln über die Aktion und ein Gästebuch: „Die ganzen Fusselviecher in Wohnmobilen, Autos oder an Rucksäcken finde ich recht albern. Fred ist aber geil. Mal kein Warmduscher.“

Dort meldeten sich unter anderem der „Reise-Elch“ Olaf, eine „Reisemaus“, der „Gustav Travelduck“, eine Reise-„Schnulli“, der „Hase Cäsar“ und das Stinktier „Stinky“, von dem Fred zu einer Busfahrt durch Lübeck eingeladen wurde. Originell auch dieser Eintrag: „Sollte Fred einmal Urlaub machen, würde ich gerne als Ersatz einspringen …“

Ab und zu ist der Superstar auch mal zu Hause

Am meisten Spaß haben jedoch anscheinend die vielen Paten selbst – Lotsen, Kapitäne, Köche, Matrosen, Offiziere, Disponenten, Reedereimitarbeiter, Schiffsmakler, Agenten. Mal liefern sie Reiseberichte ab, dann wieder erfinden sie witzige Geschichten oder arrangieren mit und rund um einen vermenschlichten Fred ihre zum Teil skurrilen Fotos und vermissen ihn, wenn er mal wieder weitergereicht wird: „Vielen Dank an Captain Maggi und ihre Crew für all diese Abenteuer. Ich werde euch alle vermissen.“

Reisen macht müde, selbst Fred merkt das.
Reisen macht müde, selbst Fred merkt das.Foto: Fred-around-the-world

Ab und zu ist der „Superstar unter den Maskottchen“ (ein Fan) auch mal zu Hause in Hamburg, lässt sich vom NDR interviewen, schiebt Wache beim DLRG oder hilft bei der Wasserschutzpolizei und in der Seemannsmission „Duckdalben“. Auch ein Praktikum bei „Barkassen-Meyer“ hat er schon absolviert.

Doch immer wieder zieht es ihn hinaus aufs weite Meer. An Bord des Kühlschiffes „Cala Pino“ besuchte Fred das einstige berüchtigte Piratennest Cartagena in Kolumbien. Zu seinem dreijährigen Reisejubiläum befand sich Fred auf dem Forschungsschiff „Polarstern“ in der Antarktis. Während der Reise dorthin wurden ihm noch schnell Fäustlinge und Thermohose geschneidert, Mütze und Schal gehäkelt, sodass Fred bei allen Expeditionen dabei sein konnte.

Fred mag Luxus

An Bord der „Dawn Princess“, einem Kreuzfahrer, verwirklichte er sich einen lang ersehnten Traum: eine Passage nach Neuseeland und Australien. Überhaupt mag Fred den Luxus von Kreuzfahrtschiffen am liebsten. Angeblich. Im Duty-Free-Shop der „MSC Opera“ fand man ihn zum Beispiel vollgefressen inmitten eines Berges von Schweizer Schokolade.

Jüngstens schiffte Fred sich in Ushuaia/Argentinien auf die „Fram“ ein. Eine auf die Polarregionen spezialisierte Biologin kümmert sich nun um ihn: „Hoffentlich wird die Überfahrt nicht zu stürmisch.“ Bislang wurde also „stets ein Schiff gefunden, das ihn mitnehmen“ wollte, und „die Nähte halten immer noch“, sagen Will und Leuschner. Denn Freds Reise geht immer weiter, ganz bestimmt.

Hier geht’s zur „Mitfahrgelegenheit“ im Internet: fred-around-the-world.de

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