Eine komplett animationsfreie Zone

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Schiffsreise : 16020 Container und ich
Kapitän Malsic auf der Brücke.
Kapitän Malsic auf der Brücke.Foto: Bernd Ellerbrock

In Malta wird das Schiff von Studenten aus Paris besichtigt. Techniker, Agenten, Zollbeamte kommen und gehen. So sind bisweilen neben den 26 Besatzungsmitgliedern und den vier Passagieren sehr viele Menschen auf dem Schiff. Nicht zu vergessen die Lotsen: Vom Ablegen in Hamburg bis zum Festmachen auf Malta beraten abwechselnd 17 Lotsen die Offiziere, damit das wertvolle Schiff mit seiner nicht minder wertvollen Ladung, zusammen mehrere hundert Millionen Euro, sicher manövriert wird.

Auch wenn Passagiere hier eine komplett animationsfreie Zone betreten: Langweilig wird es nicht. Sogar eine der bei Seeleuten so beliebten Barbecue-Partys wird irgendwo im Mittelmeer ausgerichtet, ein Spanferkel am offenen Feuer stundenlang gegrillt – gottlob ohne das oft obligatorische Karaoke-Singen. Am Ende unserer Reise von Hamburg nach Malta (2749 Seemeilen oder rund 5100 Kilometer) wird die „Alexander von Humboldt“ 728 Tonnen Treibstoff verbraucht haben. Ein Mittelklassewagen wäre damit rund 125 000 Kilometer weit gekommen.

Das Schiff flößt auf Schritt und Tritt Respekt ein. Wenn die Taue mit zwei Händen nicht zu umfassen sind, wenn selbst zu zweit das Anheben eines einzigen Gliedes einer der beiden Ankerketten (jede wiegt 309 Tonnen und ist 385 Meter lang) unmöglich ist, wenn allein der Schornstein die Größe eines Mehrfamilienhauses hat, realisieren die Passagiere, dass sie auf einem richtig großen Schiff gelandet sind.

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