Sonderbeilage von Exiljournalisten : Erzählen und zuhören

Heimat ist ein Ort von Geschichten: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur "Heimaten"-Beilage des Tagesspiegels.

Frank-Walter Steinmeier
"Heimat" gibt es für viele auch im Plural: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
"Heimat" gibt es für viele auch im Plural: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.Foto: Bundespräsidialamt

„Ein Mensch kann Heimat verlieren, aber auch neue Heimat gewinnen. Heimat gibt es für viele auch im Plural. Kaum jemand weiß davon so eindringlich zu erzählen wie die geflüchteten Journalisten, die hier berichten. In den vergangenen Jahrzehnten ist Deutschland für Millionen von Zuwanderern neue Heimat geworden. Das ist, gerade vor dem Hintergrund unserer Geschichte, eine erstaunliche Leistung unseres Landes. Aber zu dieser Entwicklung gehört untrennbar die Notwendigkeit, dass jeder, der hier Heimat finden will, die Lehren aus eben dieser Geschichte mitträgt: die Geltung von Rechtsstaatlichkeit und Freiheitsrechten und die Absage an jedes völkische Denken, an Rassismus und Antisemitismus.

Heimat, so hat es der Philosoph Karl Jaspers beschrieben, ist dort, wo ich verstehe und verstanden werde. Dieses Bedürfnis des Einzelnen bedeutet auf die Gesellschaft übertragen: Heimat ist ein Ort von Geschichten; ein Ort, an dem wir unsere Geschichten erzählen - und die der anderen hören. Auch die hier versammelten Geschichten gehören dazu. Ich finde es wichtig, dass sie Gehör finden. Dazu leistet diese Ausgabe des Tagesspiegels einen wichtigen Beitrag.“

Dieser Text ist ein Zitat des Bundespräsidenten zur Beilage der Exiljournalisten zum Thema „Heimaten“ (in Print und im E-Paper), die am 16. Juni erschienen ist. Die Texte der Exiljournalisten finden Sie hier.