Sänger Frank Sinatra

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Hat es nicht nur in New York geschafft: Frank Sinatra.
Hat es nicht nur in New York geschafft: Frank Sinatra.Foto: Getty

FRANK SINATRA

Als ich ein Teenager war, gefiel mir seine Musik noch nicht, da habe ich lieber die Spice Girls gehört. Heute schätze ich an Sinatra, wie sehr seine Lieder meine Stimmung verändern.

Ich habe eine emotionale Beziehung zu ihnen, weil sie mich jetzt an persönliche Erlebnisse erinnern. Wenn ich auf einer Party bin, und es läuft „New York, New York“, sehe ich mich, wie ich 2010 für ein paar Monate nach New York aufbreche. Mit dem Lied im Kopf.

„I’m leaving today“, diese Zeile verbinde ich mit den großen Erwartungen vor dem Abflug, mit den Monaten, als ich versucht habe, auf einem anderen Kontinent Fuß zu fassen.

Ich wohnte damals in Chelsea, wenn ich aus dem Haus zu einem Termin ging, bin ich etwas früher aufgebrochen. Ich wollte die Stadt zu Fuß erwandern, nicht mit der U-Bahn kennenlernen. Mit einem Kaffeebecher in der Hand bin ich durch die Wolkenkratzerlandschaft gegangen.

Plattenspieler geholt

Die Stadt ist schmutziger als Bayern, wo ich aufgewachsen bin, es riecht an vielen Ecken schlecht, aber die Energie ist unglaublich. Ich hatte ständig das Gefühl, dass etwas Neues passiert. Die Menschen haben das vorgelebt: Wenn ein Job nicht so gut läuft, sucht man sich einen neuen, in dem man sich neu erfindet.

Zurück in Deutschland versuche ich, mir das Lied nicht so oft anzuhören, eher wie ein Ritual. Letztes Jahr habe ich mir eine Schallplatte von Frank Sinatra gekauft und den alten verstaubten Plattenspieler meiner Eltern geholt.

Wenn die Nadel langsam auf der Rille aufsetzt, Sinatra anfängt zu singen, das ist ein ganz anderes Gefühl, Musik zu hören.