• 100 Jahre Grenzziehung: Dänemark und Deutschland feiern 2020 kulturelles Freundschaftsjahr

100 Jahre Grenzziehung : Dänemark und Deutschland feiern 2020 kulturelles Freundschaftsjahr

100-jähriges Jubiläum der Volksabstimmung, welche die dänisch-deutsche Grenze festlegte: Die Länder feiern 2020 ein Freundschafts- und Kulturjahr.

Fahnenträger führen den Umzug durch die Innenstadt beim Deutsch-Dänisches Jahrestreffen an. Das Jahrestreffen wurde zum ersten Mal 1921 gefeiert, ein Jahr nach der Volksabstimmung und Grenzziehung von 1920.
Fahnenträger führen den Umzug durch die Innenstadt beim Deutsch-Dänisches Jahrestreffen an. Das Jahrestreffen wurde zum ersten Mal...Foto: Axel Heimken/dpa

Dänemark und Deutschland feiern 2020 das 100-jährige Jubiläum der Volksabstimmung im Grenzland beider Länder, die die Grenze nach all den Kriegen eindeutig markiert hat. Dann ist es auch 75 Jahre her, dass der Zweite Weltkrieg endete, und 65 Jahre, dass beide Länder in der Bonn-Kopenhagener Erklärung den Minderheitenschutz in beiden Ländern regelten. Daher haben sich beide Länder auf ein kulturelles Freundschaftsjahr geeinigt. Das erklärten Dänemarks Kulturministerin Mette Bock und der Beauftragte für Auswärtige Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, Michael Reiffenstuel, in der dänischen Botschaft.

In Erwartung dieses Jubiläums hat die dänische Regierung schon in diesem Jahr eine auf drei Jahre angelegte Kulturinitiative in Deutschland gestartet, die ihren Abschluss in dem Freundschaftsjahr finden wird. So ist bis zum 7. Oktober die umfangreiche Design-Ausstellung „Made in Denmark“ im Grassi-Museum in Leipzig zu sehen, Asger Jorn in den Deichtorhallen in Hamburg und Hans Christian Andersen in der Kunsthalle Bremen im Oktober.

Deutsch-Unterricht hat in Dänemark Priorität

Kulturministerin Mette Bock aber geht es nicht nur um Leuchtturmprojekte in den Metropolen, sondern auch um den Aufbau von Netzwerken zwischen Künstlern und den Kultureinrichtungen beider Länder. Ein weiterer Schwerpunkt der dänischen Initiative ist der Ausbau des Kulturtourismus. „Das Allerwichtigste ist der Kontakt zwischen den Menschen. Wir müssen die Länder und Gesellschaften noch tiefer miteinander verknüpfen als einen Beitrag zu einem friedlichen Europa“, beschrieb Michael Reiffenstuel den Ansatz der deutschen Auswärtigen Kulturpolitik, die die Gesellschaft miteinbeziehen möchte und sich vor allem an die Jugend wende. „Es gibt wenige Beispiele, wo Politik für nationale Minderheiten erfolgreich ist“, sagte er.

Zu einer nachhaltigen Kulturpolitik gehört auch die Pflege der Sprache. In Dänemark gebe es gerade eine große Diskussion um den Deutsch- und Französischunterricht. „Deutsch hat bei uns jetzt Priorität. Angesichts von Brexit und Trump brauchen wir eine neue Orientierung. Wir müssen die Sprachen lernen", sagte die Ministerin. „Ich sehe eine Renaissance der deutsch-dänischen Beziehungen.“

Der neue Morgenlage-Newsletter: Jetzt gratis anmelden!