66. Bremer Literaturpreis : Barbara Honigmann und Tonio Schachinger geehrt

Der renommierte Literaturpreis wurde für ihren Roman „Georg“ an Barbara Honigmann übergeben. Der Förderpreis ging an Tonio Schachinger für „Nicht wie ihr“.

Erhält den Bremer Literaturpreis. Die deutsche Schriftstellerin Barbara Honigmann, hier vergangenes Jahr in Straßburg.
Erhält den Bremer Literaturpreis. Die deutsche Schriftstellerin Barbara Honigmann, hier vergangenes Jahr in Straßburg.Foto: Heise Kuhn/ picture alliance/ dpa

Die Schriftstellerin Barbara Honigmann (70) hat am Montag den 66. Bremer Literaturpreis überreicht bekommen. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihr im Rathaus der Hansestadt für ihren Roman „Georg“ übergeben. Honigmanns Roman zeichne in poetischer Prosa das Porträt eines Bonvivant, Kommunisten und deutschen Juden und vergegenwärtige dabei die Geschichte des 20. Jahrhunderts, urteilte die Jury.

Den Preis vergibt die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, die vom Bremer Senat gegründet wurde. Er zählt zu den ältesten und bedeutendsten deutschsprachigen Literatur-Auszeichnungen und wurde erstmals 1954 verliehen.

Barbara Honigmann wurde 1949 in Ost-Berlin geboren und lebt seit 1984 in Straßburg. Von 1967 bis 1972 studierte sie an der Berliner Humboldt-Universität Theaterwissenschaft. Sie arbeitete als Dramaturgin und Regisseurin und ist seit 1975 freie Schriftstellerin. Die Autorin gilt als Dichterin des Autobiografischen. Ihre Eltern waren deutsch-jüdische Emigranten, die die NS-Zeit im britischen Exil überlebten und später nach Berlin zurückkehrten, um beim Aufbau eines neuen Deutschland mitzuwirken.

Einen mit 6.000 Euro dotierten Förderpreis bekam der österreichische Nachwuchsschriftsteller Tonio Schachinger (27) für sein Romandebüt „Nicht wie ihr“. Darin zeichne der Autor mit seinem Helden Ivo Trifunovi das Bild eines Profi-Fußballers aus Wien, der mit Witz und kontrollierter Wut auf Zumutungen des Profi-Geschäfts, ethnische Vorurteile und eine vorgestanzte Sprache reagiere, hieß es. Schachinger wurde 1992 im indischen Neu-Delhi geboren und wuchs in Nicaragua sowie in Wien auf, wo er Germanistik und Sprachkunst studierte.

Unter den bisherigen Preisträgern sind Alexander Kluge, Elfriede Jelinek, Siegfried Lenz, Ingeborg Bachmann, Paul Celan und Peter Rühmkorf. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an den österreichischen Autor Arno Geiger für seinen Roman „Unter der Drachenwand“. (epd)

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