„Anbessa“ auf der Berlinale : Stolz wie ein Löwe

Kinder schreiben über die Kinderfilme in der Berlinale-Generation Kplus: Mo Scarpellis „Anbessa“ erzählt von Asalif aus Äthiopien.

Jella Riffel
Für den intelligenten Asalif gehen Realität und Fantasie ineinander über. Als Löwe streift er durch die Siedlung.
Für den intelligenten Asalif gehen Realität und Fantasie ineinander über. Als Löwe streift er durch die Siedlung.Foto: Mo Scarpelli

Der zwölfjährige Asalif, kurz Abi, lebt mit seiner Mutter in einer Lehmhütte ohne Fenster. Oft pfeift der Wind durch die undichte Tür. Als Bett teilen sie sich eine Matte auf dem Lehmboden. Früher hatten sie Land, konnten Hirse anbauen und Obstbäume pflanzen. Die Hütte liegt neben einem Neubaugebiet am Rand von Addis Abeba. Die Menschen dort haben Wasser, Strom und Fernseher. Damit die Hochhäuser gebaut werden konnten, wurden Abi und seine Mutter gezwungen, umzuziehen. Sie flicht Körbe, damit die beiden überleben können, er streunt im Neubaugebiet herum und sucht nach Müll. Daraus baut er Lampen und Spielzeug. In der Nacht hören sie die Hyänen und haben Angst. Wenn Abi sich tagsüber als Anbessa, der Löwe, fühlt, geht er knurrend und brüllend die Hyänen vertreiben. Aber nicht nur die sind böse, manche Menschen sind es noch viel mehr.

Nach der Vorführung erzählte die amerikanische Regisseurin Mo Scarpelli, dass sie von Abi zuerst seine Löwengeräusche gehört hat, so lernte sie ihn kennen. Er erzählte ihr von seinem Leben und sie war begeistert, wie er aus Schrott Dinge bauen kann, die auch wirklich funktionieren. So wurde Abi der Hauptdarsteller von „Anbessa“ und seine Mutter, seine Freunde und andere Menschen aus dem Dorf spielten mit. Der Film spielt manchmal nach einem Drehbuch, manchmal aber ist die Regisseurin und Kamerafrau Abi einfach nur gefolgt. Schade, dass er zur Welturaufführung am Samstag nicht mit nach Berlin kommen durfte!

„Anbessa“ war für mich eine tolle Chance, etwas über Äthiopien zu lernen. Am Anfang musste ich mich an die Art vom Film gewöhnen, aber dann konnte ich mich richtig hineinvertiefen. Der Film hat mich sehr bewegt. Toll, dass man auf der Berlinale Filme sehen kann, die sonst nicht in unseren Kinos laufen. Jella Riffel, elf Jahre

15.2., 10 Uhr (HKW)

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!