Auflösung des Osterrätsels 2018 : Wer gärtnert, hat mehr vom Leben

Hier sind jene zehn Persönlichkeiten, die mit Pflanzen, Blumen und Grün die Welt verschönerten. Mal aus Berufung, mal aus purer Lust.

Queen Mary II bestellte exotische Pflanzen aus Übersee.
Queen Mary II bestellte exotische Pflanzen aus Übersee.Foto: Alamy Stock Photo

1. Queen Mary II. (1662 – 1694)

Sie hatte wohl von allen Gesuchten die besten Bedingungen, ihrer gärtnerischen Leidenschaft zu frönen. Durch ihre Zwangsehe aus politischen Gründen mit Willem III., Statthalter der Niederlande, verhalf ihr der spätere König von England zu hervorragenden Kontakten zu englischen Handelsschiffen, bei denen sie exotische Pflanzen aus Übersee bestellte und hinter der Orangerie von Hampton Court Palace in Töpfen als erste in Europa pflanzte.

2. Jeanne Baret (1740 – 1807)

Jeanne Baret war eine französische Naturforscherin.
Jeanne Baret war eine französische Naturforscherin.Foto: imago/Leemage

Sie umrundete als erste Frau die Welt. 1767 beteiligte sie sich gemeinsam mit dem Botaniker Philibert Commerson an der französischen Expedition unter Kapitän Louis de Bougainville. Die Bougainvillea, der Commerson den Namen des Kapitäns gab, wurde von ihr in Brasilien entdeckt. Beide stiegen auf Mauritius aus, Baret kehrte später nach Frankreich zurück. Commerson nannte seine Geliebte Hortense, die Gärtnerin, die Hortensie benannte er wahrscheinlich nach ihr.

3. Georg Philipp Telemann (1681– 1767)

Georg Philipp Telemann besaß einen großen Garten.
Georg Philipp Telemann besaß einen großen Garten.Foto: mauritius images

Der in Magdeburg geborene Komponist prägte die Musikwelt der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Mit mehr als 3600 verzeichneten Werken ist er einer der produktivsten Komponisten. Er schuf allein 1900 Kirchenkantaten und 46 Passionen. Seit etwa 1740 lässt sich Telemanns „Bluhmen-Liebe“ dokumentieren. Wie andere gutsituierte Bürger Hamburgs besaß er einen großen Garten, der vor den Toren der Stadt lag. Ein 1742 erstelltes Pflanzenverzeichnis, das Telemanns „Garten-Vorraht“ dieser Zeit nachweist, ist als seltenes Dokument aus der bürgerlichen Sphäre erhalten geblieben. Wie andere befreundete Komponisten sammelte auch Georg Friedrich Händel Knollen für ihn. Telemann starb im Alter von 86 Jahren in Hamburg.

4. John Claudius Loudon (1783–1843)

John Claudius Loudon studierte Chemie und Landwirtschaft in Edinburgh.
John Claudius Loudon studierte Chemie und Landwirtschaft in Edinburgh.Foto: Alamy Stock Photo

Ein bei Glasgow geborener Botaniker und Landschaftsarchitekt. Er studierte Chemie und Landwirtschaft an der Uni Edinburgh. Bald konzentrierte er sich auf Gewächshäuser, deren Konstruktionen er verbesserte. Die Gattung Loudonia der Tausendblattgewächse (Haloragaceae) ist nach ihm benannt.

5. Herta Hammerbacher (1900 –1985)

Herta Hammerbacher schuf Grünanlagen für Berlin.
Herta Hammerbacher schuf Grünanlagen für Berlin.Foto: bpk / Liselotte Orgel-Köhne

Sie war eine deutsche Landschaftsarchitektin, die mehr als 20 Jahre an der TU Berlin lehrte. Während ihrer Lehrzeit in Potsdam lernte sie den Gärtner Karl Foerster kennen, dessen Gestaltungsideen sie beeinflussten. Unter den Grünanlagen, die sie für Berlin schuf, ist zum Beispiel der Waldfriedhof Zehlendorf oder der Sommergarten am Funkturm. Unter Denkmalschutz steht etwa die Gartenanlage der heutigen schwedischen Botschafterresidenz in Dahlem.

6. Elvira Castner (1844 – 1923)

Elvira Castner war eine deutsche Frauenrechtlerin und Zahnärztin.
Elvira Castner war eine deutsche Frauenrechtlerin und Zahnärztin.Foto: ullstein bild/Deutsche Illustrations-Gesellschaft

Sie gründete in Berlin-Friedenau die erste Obst- und Gartenbauschule für Frauen mit dem erklärten Ziel, Frauen eine weitere Berufstätigkeit zu eröffnen. Castner hatte zuvor eine Lehrerinnenausbildung absolviert, danach in Baltimore (USA) Zahnmedizin studiert. Bis zur Gründung ihrer Schule praktizierte sie etwa zwei Jahrzehnte lang als Zahnärztin in Berlin.

7. Loki Schmidt (1919 – 2010)

Loki Schmidt setzte sich dafür ein, die Schöpfung zu bewahren.
Loki Schmidt setzte sich dafür ein, die Schöpfung zu bewahren.Foto: Kay Nietfeld dpa/lno

Lehrerin und Naturschützerin. Ihren späteren Gatten, den späteren Bundeskanzler Helmut Schmidt, lernte sie bereits mit zehn Jahren kennen. Bald rauchten die beiden gemeinsam Zigaretten. Loki Schmidt setzte sich zeitlebens dafür ein, die Schöpfung zu bewahren. 1976 gründete sie das „Kuratorium zum Schutze gefährdeter Pflanzen“, das wenige Jahre später in eine Stiftung überführt wurde. Nicht nur die Flora lag ihr am Herzen, auch Tieren galt ihre Aufmerksamkeit. Nach ihr benannt wurde der Skorpion Tityus lokiae.

8. Ferdinand Fintelmann (1774 – 1863)

Ferdinand Fintelmann war Hofgärtner auf der Pfaueninsel in Berlin und im Charlottenburger Schloss.
Ferdinand Fintelmann war Hofgärtner auf der Pfaueninsel in Berlin und im Charlottenburger Schloss.Foto: bpk / Kupferstichkabinett, SMB / Volker-H. Schneider

Er war preußischer Hofgärtner. Über drei Jahrzehnte versah er dieses Amt auf der Berliner Pfaueninsel, die er im Auftrag Friedrich Wilhelms III. mit Joseph Peter Lenné zum Landschaftspark umgestaltete. 1834 wechselte er nach Schloss Charlottenburg, war dort weiter Hofgärtner bis zu seinem Tode. Das für die Havelinsel charakteristische Geräusch ist das Geschrei der Pfauen, denen sie ihren Namen verdankt.

9. Frederick Law Olmsted (1822 – 1903)

Frederick Law Olmsted entwarf den New Yorker Central Park.
Frederick Law Olmsted entwarf den New Yorker Central Park.Foto: Alamy Stock Photo

Er gilt als Begründer der amerikanischen Landschaftsarchitektur. Der Sohn aus reichem Hause, ein weitgereister Autodidakt, widmete sich vor allem städtischen Anlagen zur Verbesserung der Lebensqualität; seine berühmteste: der New Yorker Central Park. Nach einem Nervenzusammenbruch verbrachte der Amerikaner die letzten acht Jahre seines Lebens in einer psychiatrischen Anstalt.

10. André Le Nôtre (1613 – 1700)

André Le Nôtre gilt als Begründer der barocken Gartenkunst.
André Le Nôtre gilt als Begründer der barocken Gartenkunst.Foto: mauritius images

Er war, wie sein Vater, Gartenbaumeister des französischen Königs und Begründer der barocken Gartenkunst. Er arbeitete in den Tuilerien, schuf dann einen Garten für den Finanzminister – was Ludwig XIV. so neidisch machte, dass er den Politiker verhaften und sich von Le Nôtre mit Versailles einen Park der Superlative anlegen ließ.

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