Auktionshaus Grisebach : Das sind die Stars der Herbstauktion

Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner und Erich Heckel: Das Auktionshaus Grisebach zeigt die Highlights seiner Herbstauktion.

Gelbes Glück. Max Beckmanns „Liegende“ von 1932.
Gelbes Glück. Max Beckmanns „Liegende“ von 1932.Foto: Grisebach / VG Bildkunst, Bonn 2018

Das Thema ist so alt wie die Kunst, Max Beckmanns Interpretation aber wirkt hochmodern. Seine sorgsam drapierte „Liegende“ von 1932 schwebt im Raum, der bloß aus Quadraten und Rechtecken besteht. Die schlafende Frau trägt ein kanariengelbes Kleid, das an ein antikes Gewand erinnert – die Figur selbst aber scheint völlig in der Gegenwart verankert.

250 000 Euro erwartet das Auktionshaus Grisebach für dieses Werk, wenn am Donnerstag nächster Woche die Herbstauktionen starten. Ein Preis – angemessen für ein Aquarell und doch niedrig für ein Werk dieser Intensität. Im Frühjahr war Beckmann das Zugpferd bei Grisebach, seine „Ägypterin“ wurde mit 4,7 Millionen Euro zum teuersten Bild, das jemals ein Sammler in Deutschland ersteigerte. Die Spitzenplätze gehören diesmal Erich Heckels „Blauer Iris“ von 1908 (Taxe: 1-1,5 Mio. Euro) und Ernst Ludwig Kirchners „Akten im Wald“, das ebenfalls auf 1,5 Millionen Euro geschätzt ist.

Zwei wunderbare Pastelle von Max Liebermann, drei Badende von Otto Mueller, mehrere Aquarelle von Emil Nolde und eine abstrakte Leinwand von Ernst Wilhelm Nay aus den frühen fünfziger Jahren (Taxe: 250 000-350 000 Euro) komplettieren das Angebot, das nun zur Vorbesichtigung in den Räumen von Grisebach hängt. Hermann Max Pechstein und Gabriele Münter widmen sich der Natur – und ja, es gibt mit „Holzfäller“ ein zweites Aquarell von Beckmann, preislich gleichauf mit dem „Liegende“ geschätzt ist. Sie aber, das lässt sich jetzt schon ahnen, wird einen Bieterstreit entfachen.

Grisebach, Fasanenstr. 25 & 27, bis 28.11., 10–18 Uhr, Mi 10-15 Uhr. Versteigerungen ab 29.11.

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