Berlinale 2019 : Die Filme, Kinos und Stars der Filmfestspiele in Berlin

Welche Filme werden auf der Berlinale gezeigt? Welche Promis kommen? Hier alle Infos.

Kirsten Taylor
Die Berlinale 2019 findet vom 7. - 17. Februar statt.
Die Berlinale 2019 findet vom 7. - 17. Februar statt.Foto: Tobias SCHWARZ/AFP

Zum Start der Berlinale 2019 kommen wenig erfreuliche Nachrichten aus der Branche. Die Zahl der Kinobesucher sank 2018 um fast 14 Prozent auf 105 Millionen, das ist das schlechteste Ergebnis seit vielen Jahrzehnten. Ein Grund dafür dürfte der lange, warme und trockene Sommer sein, dazu kamen die Fußball-WM und der Erfolg der Streaming-Dienste.

Die Berlinale scheint davon nicht betroffen zu sein. Schon mehrere Stunden vor Beginn des Vorverkaufs warteten die ersten Kinofans vor den Ticketschaltern in den Potsdamer Platz Arkaden. Am frühen Morgen hatte sich bereits eine beachtliche Warteschlange aus Berlinale-Fans gebildet, die Tickets für die Internationalen Filmfestspiele ergattern wollten.

Im Mittelpunkt des Festivals steht der Wettbewerb um den Goldenen Bären, der in der Abschlussgala am 16. Februar im Berlinale-Palast verliehen wird. Ein paar Zahlen gefälligst? Im Wettbewerb konkurrieren 17 der insgesamt 23 ausgewählten Filme um den Goldenen und die Silbernen Bären, die übrigen laufen außer Konkurrenz. 25 verschiedene Länder sind an den Produktionen und Koproduktionen beteiligt.

Von den 17 Wettbewerbsbeiträgen entstanden sieben Filme unter weiblicher und zehn unter männlicher Regie – was im Vergleich zu früher schon das Urteil erlaubt, von einem Festival der Frauen zu sprechen. 20 Filme feiern ihre Weltpremiere auf dem Festival, darunter auch der Eröffnungsfilm "The Kindness of Strangers" von der dänischen Regisseurin Lone Scherfig.

Berlinale-Neulinge können sich vom Festivalprogramm leicht überfordert fühlen. Eine Orientierung bieten die verschiedenen Sektionen, darunter "Panorama", "Perspektive Deutsches Kino", "Forum" oder auch "Generation". Nachfolgend ein Überblick zu den wichtigsten Berlinale-Reihen, den Spielstätten und den Promis, die anreisen wollen.

Der Berlinale-Wettbewerb

Berlinale 2019 - Die Wettbewerbsfilme
Der chinesische Regisseur Wang Quan’an kehrt mit "Öndög" in die mongolische Steppe zurück, wo auch schon sein Bären-Gewinner „Tuyas Hochzeit“ von 2006 spielte. Ein junger Polizist und eine einheimische Hirtin müssen einen Tatort sichern, dabei kommt sich das ungleiche Paar näher. Die spröde Komödie gewährt unterhaltsame Einblicke in eine vormoderne Kultur.Weitere Bilder anzeigen
1 von 25Foto: Per Amesen / Berlinale
29.01.2019 09:18Der chinesische Regisseur Wang Quan’an kehrt mit "Öndög" in die mongolische Steppe zurück, wo auch schon sein Bären-Gewinner...

Die Panorama-Filme

Ein runder Geburtstag steht an: Das Panorama wird 40 und feiert sich mit einer kleinen Rückschau. Sie wird „obskur und eklektisch, kein Best-of und kein Namedropping“, so Wieland Speck, der das Panorama von 1992 bis 2017 geleitet hat, und zusammen mit seinem langjährigen Mitstreiter Andreas Struck neun Spielfilme, drei Essay-Dokumente sowie elf Kurzfilme ausgesucht hat. Mit dabei sind unter anderem Lasse Hallströms "Mein Leben als Hund", Pascale Ferrans "Lady Chatterley" und das gerade restaurierte Aids- Drama "Buddies" von Arthur J. Bressan Jr..

Die Panorama-Filme der Berlinale 2019 im Überblick

Die Perspektive-Filme

Oha, geht es auf der Leinwand rund. Der Sex ist zurück. Falls er denn jemals weg war. Gleich mehrere Filme der dem Filmnachwuchs gewidmeten Perspektive Deutsches Kino schließen an den Hedonismus der Neunziger an, an die freizügige Dekade nach dem Mauerfall, als Loveparade und Techno groß wurden, fröhlich Koks, Pillen und Alk konsumiert wurden und die Nacktparty kein Ende zu nehmen schien. So explizit körperlich wie in der 18. Ausgabe ist es in der nunmehr volljährigen Sektion lange nicht zugegangen. Der Eröffnungsfilm "Easy Love" von Tamer Jandali wartet nicht nur mit Beziehungsexperimenten, sondern auch mit dem formalen Wagnis eines „dokumentarischen Spielfilms“ auf, in dem sich sieben Kölner Frauen und Männer selber „spielen“.

Die Perspektive-Filme der Berlinale 2019 im Überblick

Die Forum-Filme

Der Mensch bewegt täglich 156 Millionen Tonnen Erde. Trägt Berge ab, gräbt Tunnel rein, schneidet Marmorblöcke heraus, sprengt, wühlt, schichtet um, für Kohle, Kupfer und Ölsand. Nikolaus Geyrhalters Dokumentarfilm "Erde" erkundet sieben Orte, an denen wir buchstäblich den Boden unter unseren Füßen zerstören. Nicht wenige der 39 Forum-Beiträge (davon 31 Weltpremieren) richten den Fokus auf Landschaften und darauf, wie der Mensch sich darin bewegt. In "Cháo" (Landless)" halten Landarbeiter in Brasilien ein Grundstück besetzt: Proteste von unten, lange bevor der Rechtspopulist Bolsonaro an die Macht kam. "Olanda" begleitet Pilzsucher in den Karpaten. In "Bait" kämpfen Fischer und Touristen um das Sagen in einem Küstendorf in Cornwall: schwarzweiß, 16 Millimeter, von Hand entwickelt – die Gegenwart in Gestalt eines historischen Dokuments. Und "The Last To See Them" begleitet eine Olivenbauern-Familie am letzten Tag ihres Lebens: die schrundige, süditalienische Felsregion und die sich windende Straße werden zur Metapher von Zeit und Vergänglichkeit.

Die Forum-Filme der Berlinale 2019 im Überblick

Die Queer-Filme

In Spanien wurde die Ehe für alle 2005 eingeführt. Viel zu spät für Elisa Sánchez Loriga und Marcela Gracia Ibeas, die zu Beginn des letzten Jahrhunderts ein Paar waren. Angefeindet von ihrer homophoben Umgebung, starten die beiden Lehrerinnen einen Coup: Elisa verkleidete sich als Mann und heiratete Marcela im Juni 1901 im galizischen A Coruña unter dem Namen Mario Sánchez. Die Sache flog auf, die Frauen flüchteten über Portugal nach Argentinien. Diese Geschichte dient der spanischen Regisseurin Isabel Coixet als Vorlage für ihre schwarzweiße Netflix-Produktion „Elisa y Marcela“, die im Wettbewerb läuft und sicher ein heißer Kandidat im Rennen um den Teddy Award für den besten queeren Berlinale-Film ist.

Die Queer-Filme der Berlinale 2019 im Überblick

Die Generation-Filme

Bei der Berlinale kann man Filmperlen finden, das weiß jedes Kind. Um einen besonderen Schatz geht es in "Cleo", mit dem Generation Kplus den Wettbewerb für die Fünf- bis 13-Jährigen eröffnet. Die abenteuerliche Suche führt die Heldin quer durch Berlin, hinein in die Geschichte der Stadt. Alte Sagen erzählt man sich auch im halbdokumentarischen "Anbessa", in dem ein äthiopischer Junge sich manchmal in einen Löwen verwandelt. Viele der 14 Kplus-Filme befassen sich mit Familie, Freundschaft, dem Umgang mit Veränderungen und der Frage nach dem eigenen Ich. In "Meine wunderbar seltsame Woche" mit Tess lernt Sam, was wirklich im Leben zählt. Im dänisch-schwedischen Spielfilm "Sune vs Sune" versucht ein Zehnjähriger, cooler zu sein als sein vermeintlicher Konkurrent. Die ganz jungen Zuschauer können sich auf den Zeichentrickfilm "Lotte" und die verschwundenen Drachen sowie die Puppenanimation "Solan und Ludvig – Auf zum Mond freuen". Außer Konkurrenz läuft die Klima-Doku "2040".

Die Generation-Filme der Berlinale 2019 im Überblick

Welche Promis kommen zur Berlinale 2019?

Für wen wird der rote Teppich dieses Jahr ausgerollt? Ein Blick auf die Gästeliste der Berlinale: Christian Bale und Geraldine Chaplin kommen sicher, aber ein wichtiger Name fehlt.

Die Promis der Berlinale 2019 im Überblick

Die Spielstätten der Berlinale 2019

Wie wäre es  mit einen romantischen Abend zum Valentinstag in der Justizvollzugsanstalt Plötzensee? Oder einem Filmabend mit Freunden in der kanadischen Botschaft. Die Berlinale macht’s möglich. 35 Spielstätten gibt es dieses Jahr bei dem weltweit bekannten Filmfestival – das Gefängnis in Charlottenburg-Wilmersdorf ist wohl die ungewöhnlichste von allen. Und schon jetzt die umstrittenste.

Alle Berlinale-Spielstätten mit Programm auf unserer interaktiven Karte

Ein Abschied

Mit der 69. Berlinale geht auch eine Ära zu Ende. Es wird das letzte Festival von Direktor Dieter Kosslick, der seit 2001 die Berlinale geprägt hat. Viele Filmstars sind sich einig: "Berlin wird Dieter vermissen!"

Hier erzählen sie ihre schönsten Kosslick-Geschichten.

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