Berliner Kabarettist gestorben : Otto Stark, ehemaliger Direktor der "Distel", ist tot

Der Kabarettist Otto Stark ist mit 96 Jahren in Berlin gestorben. Vor der Wende leitete er das Kabarett am Bahnhof Friedrichstraße.

Otto Stark (2.4.1922 - 29.11.2018) auf einem undatierten Foto.
Otto Stark (2.4.1922 - 29.11.2018) auf einem undatierten Foto.Foto: Alexander Stille/Privat/dpa

Otto Stark, langjähriger Direktor des Ost-Berliner Kabaretts Distel, ist mit 96 Jahren gestorben. Das teilte seine Tochter am Donnerstag in Berlin mit.

Der gebürtige Österreicher war von 1968 bis zur Wende 1989 Chef der Bühne, die im Rahmen enger Grenzen versuchte, politisches Kabarett zu machen. Stark kam 1922 in Wien als Sohn eines Hutmachers zur Welt. Seine Eltern und sein Bruder wurden von den Nazis ermordet, er konnte im Alter von 16 Jahren mit einem „Kindertransport“ nach London emigrieren.

In Dresden gründet er die "Herkuleskeule"

Später kehrte er nach Wien zurück, lernte Schauspiel und ging 1949 in die DDR, wo er an Theatern in Berlin und Dresden arbeitete. In Dresden gründete das SED-Mitglied Stark am 8. Januar 1955 das Kabarett "Herkuleskeule". Ende der Fünfziger wechselte er von Dresden nach Berlin und kam 1960 zur "Distel" am U-Bahnhof Friedrichstraße, wo er als Darsteller, Regisseur und schließlich Direktor wirkte. dpa/Tsp

 

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