Brandenburgische Sommerkonzerte : Flaches Land, Hochkultur

Alphorn in Bad Belzig, Vibraphon in Zechlin: Die Brandenburgischen Sommerkonzerte warten 2019 mit mancher Überraschung auf.

Die in Cottbus aufgewachsenen Violinistin Antje Weithaas
Die in Cottbus aufgewachsenen Violinistin Antje WeithaasFoto: Giorgia Bertazzi / Sommerkonzerte

Seit 28 Jahren laden sie nun schon zu musikalischen Landpartien ein: 700 Konzerte an 200 verschiedenen Orten haben die Brandenburgischen Sommerkonzerte bereits veranstaltet. Wer Musik liebt und gerne im Umland unterwegs ist, hat sich mit dem Festival also schon sehr ausführlich umhören können in der Mark.

Um die Städter dennoch weiterhin zur Hochkultur aufs flache Land locken zu können, setzen die Brandenburgischen Sommerkonzerte darum zunehmend auf überraschende Besetzungen. Auf ausgefallene Formationen, von denen man bislang gar nicht ahnte, dass es sie gibt. Alphorn und Bayan werden in Bad Belzig zu erleben sein, Vibraphon und Cello in Flecken Zechlin, Perkussion und Viola in Ziesar. Das Melton Tuba Quartett kommt bereits zum dritten Mal. Ein Türke, ein Israeli, ein Österreicher, ein Pole und ein Schweizer, allesamt ausgebildet an der Berliner Hanns-Eisler-Hochschule, bilden den stilistisch promisken „Männergesangverein Walhalla zum Seidelwirt“, der die Marienkirche in Angermünde beschallen wird.

Auch Fontane hat den Weg ins Festival gefunden

Seit dem vergangenen Sommer wählt sich das Festival, das weiterhin ohne staatliche Zuschüsse auskommen muss, jeweils ein Gastland. Diesmal ist es Großbritannien, dem Brexit zum Trotz. Die coole Bläsertruppe „London Brass“ wird in Neuruppin erwartet, der Pianist Stephen Hough in Werder. Und am 25. August gibt es einen britischen Tag in und um die Kurt-Mühlenhaupt-Scheune in Zehdenick mit keltischer Gitarrenmusik, Dudelsack und Snare Drum.

Wer es klassischer mag, wählt aus den 28 Programmen, die vom 9. Juni bis 7. September angeboten werden, vielleicht eher die Konzerte der Stipendiaten der Karajan-Akademie (29. 6.), des Trio Gaspard (13.7.), der Regensburger Domspatzen (21. 7.) oder der Kammerakademie Potsdam (7. 9.). Mit der in Cottbus aufgewachsenen Geigerin Antje Weithaas können die Festivalmacher eine international gefeierte Brandenburgerin präsentieren: Am 7. Juli wird sie mit dem Pianisten Boris Kusnezow in Treuenbrietzen Werke von Clara Schumann, Mozart, Grieg und Witold Lutoslawski spielen.

Und natürlich hat auch der ubiquitäre Jubilar des Jahres, Theodor Fontane, den Weg ins Festival gefunden: Fürs Eröffnungskonzert wurde seine Geburtsstadt ausgewählt, Studierende von der Babelsberger Filmuniversität gestalten mit seinen Werken eine Lesereihe, und es gibt an vielen Orten Beiprogramme auf Fontanes Spuren.

Weitere Infos unter: www.brandenburgische-sommerkonzerte.org

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