Chinesische Dichterin in Hausarrest : Künstler fordern Freiheit für Liu Xia

Liu Xia, Witwe des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo, ist schwerkrank. Nun kämpfen Paul Auster, Siri Hustvedt und J.M. Coetzee für ihre Freiheit.

Liu Xia
Liu XiaFoto: AFP

Bekannte Schriftsteller, Schauspieler und Künstler fordern in einer Serie von Videos die Freilassung der chinesischen Poetin Liu Xia, der Witwe des in Gefangenschaft gestorbenen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo. In den vom amerikanischen Pen-Zentrum und Amnesty International initiierten Filmen lesen unter anderem Paul Auster, J.M. Coetzee, Siri Hustvedt, Alice Sebold, Rita Dove, Khaled Hosseini und der Fotograf Alec Soth Gedichte von Liu Xia (siehe www.pen.org).

Stellvertretend in Haft

Man rufe China zur Aufhebung aller Sanktionen gegen Liu auf, erklärten der Schriftstellerverband und die Menschenrechtsorganisation in New York. Liu Xia steht seit 2010 ohne Anklage unter Hausarrest, sie werde „nicht wegen etwas gefangengehalten, das sie getan habe, sondern wegen der Person, von der sie geliebt wurde“, hieß es seitens des PEN. Auch die Berliner Akademie der Künste fordert in einem offenen Brief sofortige Reisefreiheit für die Lyrikerin.

Sterben leichter als Leben

Am 8. Mai hatte Liu Xia im Telefongespräch mit dem in Berlin lebenden Exil-Schriftsteller Liao Yiwu weinend von ihrem sich verschlechternden Gesundheitszustand berichtet. Sie leidet unter klinischer Depression. Falls die chinesische Regierung ihr die Ausreise nicht erlaube, sei „Sterben leichter als Leben“. Andernfalls sei es für sie „das Leichteste der Welt, mit meinem Tod ein letztes Mal Widerstand zu leisten“. Tsp/epd

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