„Clean Up Woman“ : Zum Tod der Soulsängerin Betty Wright

Sie gewann einen Grammy mit „Where Is The Love“ und beeinflusste mit ihrem Gesang jüngere Kolleginnen wie Mariah Carey und Mary J Blige. Nun ist Betty Wright mit 66 Jahren gestorben.

Vom Gospel zur Spezialistin für sexy Schlafzimmersongs: Die Soulsängerin Betty Wright.
Vom Gospel zur Spezialistin für sexy Schlafzimmersongs: Die Soulsängerin Betty Wright.Foto: imago images/MediaPunch

In der Kirche und im Gospel lagen wie bei so vielen Soulsängerinnen auch die musikalischen Wurzeln von Betty Wright. Das hielt sie jedoch nicht davon ab, sich später zu einer Spezialistin für sexy Schlafzimmersongs zu entwickeln. 

Bekannt geworden war die 1953 in Miami geborene Sängerin schon als Teenager mit dem Top-Ten-Song „Clean Up Woman“ (1971), dessen markantes Gitarrenlick später vielfach gesampelt wurde.

Sang sie hier noch einen für sie verfassten Song, stammten Melodie und Text von „Tonight Is The Night“ drei Jahre später aus Wrights eigener Feder. Da sie darin aus der Ich-Perspektive die Entjungferung einer jungen Frau schildert, war ihre Mutter dagegen, dass sie das Stück singt. 

Betty Wright hörte nicht auf sie und hat ihre warmen Erinnerungen an ihre erste Liebesnacht für die Nachwelt festgehalten: „Tonight is the night/ That you make me a woman, mmm/You said you’ll be gentle with me/And I, I hope you will“.

Es war einer ihrer erfolgreichsten Titel. Als Color Me Badd ihn 1991 ohne Erlaubnis für den Hit „I Wanna Sex You Up“ sampelten, wehrte sie sich juristisch.

Der ganz große Durchbruch war Wright trotz eines Grammys (für „Where Is The Love“) und konstanter Plattenveröffentlichungen in den achtziger Jahren nicht vergönnt. Sie war jedoch gefragt als Duettpartnerin, Backgroundsängerin, Produzentin und Mentorin. 

So arbeitete sie unter anderem für Joss Stone, P. Diddy und Lil Wayne. Mit ihrem teils in extreme Höhen abhebenden Gesang beeinflusste Wright zudem jüngere Kolleginnen wie Mariah Carey und Mary J Blige.

Ihr letztes Album nahm Wright 2011 zusammen mit der Band The Roots sowie zahlreichen Gaststars auf. Es war ein perfektes Match und „Betty Wright: The Movie“ wurde zu einem ihrer besten Werke. Nun ist Betty Wright im Alter von 66 Jahren in Miami an einem Krebsleiden gestorben.

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