Hier gibt es weitere Favoriten unserer Leser

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Update
Leseraktion : Die besten Comics 2015 - das sind die Leserfavoriten
Nachschub. Das neue Asterix-Album war einer der Bestseller des vergangenen Jahres - aber war es auch einer der besten Comics? Da haben unsere Leser unterschiedliche Ansichten.
Nachschub. Das neue Asterix-Album war einer der Bestseller des vergangenen Jahres - aber war es auch einer der besten Comics? Da...Foto: AFP

Meine Favoriten:
01 - Flix: Schöne Töchter (Carlsen). So traurig, so aufreibend, so wunderbar, so wundersam, so schön. Das alles auf einer Seite, 128 Seiten lang. Den monatlichen Strip habe ich nie gelesen. Zu spät bin ich zu den Wissenden gestoßen, die die schönen Töchter kannten. Um so schöner sie alle an einem Ort treffen zu können, immer wieder. Mit Flix begann meine Beziehung als held zu einer schönen Tochter vor gut einem dutzend Jahren. Ich wünsche mir, dass wir drei zusammen alt werden.
02 - Kate Beaton: Obacht! Lumpenpack (Zwerchfell). Liebe Kate Beaton, sollte ich einmal Teil der nennenswerten Historie dieser Welt werden, zeichne bitte meine Biografie. Wenn doch nicht, bitte trotzdem. Und wenn es nur 8 Bilder werden. Wie bei Burke & Hare, den kriminellen Superhirnen. Die haben mich - oder vielmehr hast du mich – dazu angeregt mal etwas nachzulesen. Geschichte nachschlagen war in der Schule nicht meins. Erst meine Frau hat so etwas wie ein geschichtliches Bewusstsein bei mir geweckt. Und du hast es unterfüttert. Mit aller Höflichkeit, die gegen deine kanadische vermutlich abstinkt, sage ich: Danke für den Spaß.
03 - Mariko Tamaki/Jillian Tamaki: Ein Sommer am See (Reprodukt). Was habe ich auf dieses Buch gewartet. Schon als das Cover öffentlich war, lockte mich der feine Strich mit der groben Textur und der Sprung der zwei unbekannten Mädchen ins Wasser, diesen einen Sommer und ihre Geschichte. Dann wurde ein Zeitraum genannt, dann ein Monat und aus einem potentiellen Geburtstagsgeschenk wurde ein in die Ferne rückendes Ziel. Dieses Buch in den Händen halten und den Sommer zwischen den Fingern und um den Kopf herum spüren. Als der Sommer schon fast ging, kam das Buch. Und es fühlte sich gut an, das Zusammen- und Auseinandersein der Mädchen zu lesen, zu sehen, zu hören und zu riechen. Das Buch der Tamakis bringt den Sommer, der schon auf der Titelseite prangt, in allen Formen und Farben in den Leser, weit über blau-violett hinaus.
04 - Lewis Trondheim/Joann Sfar: Die Donjon-Saga (Reprodukt). Nach 111 Bänden ist nun die Saga um Herbert, Marvin und andere absurd-krude Gestalten zu Ende gegangen. Ach nein, Moment, es sind 36 Bände. Oder 200...irgendwo...irgendwann. Der Rahmen ist zumindest gesetzt und wenn alle Bände gelesen sind, "Adventure Time" mal nicht mehr läuft und Thomas Wellmanns "Pimo & Rex" sich erschöpft hat, dann nehme ich eben selbst den Stift zur Hand und fülle die Lücken im Geschichtsbuch Terra Amatas. Und wenn das nichts wird, fange ich einfach wieder "von vorne " an zu lesen.
05 - Katharina Greve: Das Hochhaus. Mit -"Mehr Licht!", blöde Kuh!- hatte Frau Greve aus der Brunnenstraße mich. Und sie wird mich behalten. Mit Vergnügen arbeite ich mich Woche für Woche an der Fassade des aufstrebenden Hauses empor um mir einen (Ein)Blick in Fenster und Leben der Fremden und Vertrauten zu verschaffen. Aus meiner Kindheit kenne ich Zwischenetagen, die Hochhäuser durch lange Flure miteinander verbinden. Von John Malkovich kenn ich halbe Etagen. Was wird Katharina Greve hervorbringen? Wer wohnt auf der Kehrseite des Hauses? Und wie kommt Mutlus' Paket von den Möllers nach oben? Gibt's 'nen Fahrstuhl?
Hannes Falke

Mein Favorit ist definitiv Mawils "Singles Collection". Mawil kenne ich ausschließlich von Ihrer Sonntags-Comicseite. Flix steht da an zweiter Stelle - kommt aber nur knapp dahinter ins Ziel. Ich freue mich, dass es nun auch eine gebundene Ausgabe von Mawil gibt. Werde ich bestimmt häufig verschenken. Ich mag diesen scheinbar improvisierten Stil, bei dem jedoch kein Strich zuviel oder falsch ist und vor allem die Pointen sitzen.
Thomas Fenske

Meine Favoriten: "The Wicked and the Divine", Band 2: Fandemonium. Die schon 2014 begonnene Serie um wiedergekehrte Götter, die in den Körpern von Jugendlichen Gestalt annehmen und eine Art "Götter-Mania" auslösen, wird stark fortgesetzt und dekonstruiert erfolgreich unsere moderne Celebrity-Kultur und ihre Anziehungskraft auf junge Menschen, Sexualität und Religion. Und ist dabei noch fantastisch gezeichnet. 
"Astro City: Private Lives". Eine der letzten "creator owned" Superhelden Serien, die seit den 1990er Jahren sehr unregelmäßig erscheint, wird fortgesetzt. Astro City ist eine fikitive Stadt im Westen der USA, in der Superhelden existieren, die Serie folgt aber keinem zentralen Handlungsstrang, sondern beschäftigt sich vor allem mit den "normalen" Menschen der Stadt und wie deren Leben durch die Existenz von Überwesen beeinflusst wird. Im aktuellen Band erfahren wir, was es bedeutet, die Assistentin einer mächtigen Magierin zu sein, die sich nicht um ihr Termine kümmert; wie sich das kostümierte Verbrecher-sein auf die eigene Familie auswirkt und wie sich ein transdimensionales Wesen fühlt, dass den Menschen Liebe bringen möchte. Die Serie seziert durch ihren veränderten Blickwinkel das Konzept Superheld und traut sich Themen wie Transgenderismus, Einsamkeit im hohen Alter, Homosexualität, Gier und das Bedürfnis nach gesellschaftlicher Akzeptanz in dieses von Männern und Frauen in Spandexanzügen bevölkerte Universum einzubringen. 
Sebastian Blum

Da ich alles von Lewis Trondheim verschlinge, haben mich auch dieses Jahr die Bände 5 und 6 der "Ralph-Azham"-Reihe wieder begeistert. In diesem Fantasy-Epos, welches ein groß angelegtes Projekt des Künstler ist, geht es um einen typischen Antihelden, der den tyrannischen König stürzen will. Das dies, trotz seiner Superfähigkeiten, nicht so einfach wird, ist klar...Besonders gut gelungen: Die Wendungen und Überraschungen im Laufe der Story, wo du dir nur so an den Kopf packst und denkst: Was ist hier los? Für Viele sieht es nach schlampig gezeichneten Figuren und Schauplätzen aus, doch für mich ist jedes Panel eine herausragende kreative, humorvolle und künstlerische Meisterleistung! Jeder Strich passt perfekt und die Dialoge sind einfach traumhaft. Der Künstler wählt durchdachte Bildfolgen, um seine Story zu erzählen. Die Serie ist ein Gesamtbild von Trondheims Kunst. Sehr empfehlenswert!
Michel Deter

Mein Favorit ist eindeutig "Fahrradmod" von Tobi Dahmen. Er hat es geschafft, die Geschichte meiner Jugend zwischen zwei Buchdeckel zu packen. Einmalig und unbezahlbar. Hoffentlich kommt ein Film - Ich bin der erste Statist!
Thomas Hartwig

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