„Lucky Luke sattelt um“ : Mawil wird erster deutscher Zeichner von „Lucky Luke“

Auf dem Drahtesel durch die Prärie: Mit „Lucky Luke sattelt um“ widmet der Berliner Mawil der frankobelgischen Comic-Ikone ein Hommage-Album.

Großstadt-Cowboy. In diesem Tagesspiegel-Strip von 2010 nahm Mawil bereits Bezug auf Lucky Luke.
Großstadt-Cowboy. In diesem Tagesspiegel-Strip von 2010 nahm Mawil bereits Bezug auf Lucky Luke.Foto: Mawil/Tagesspiegel

Dass den Berliner Comiczeichner Mawil („Kinderland“) so einiges mit dem frankobelgischen Comic-Cowboy Lucky Luke verbindet, wurde spätestens mit jenem Comic-Strip klar, den Mawil 2010 im Tagesspiegel veröffentlichte. „I'm a Poor Lonesome Cowboy“ hieß der in Anlehnung an den legendären Song, mit dem sich Lucky Luke in der Regel auf dem letzten Panel eines jeden Albums in den Sonnenuntergang reitend verabschiedet. In dem Strip wird ein Erlebnis des Fahrradfahrers Mawil mit einer dramatischen Cowboy-Episode gegengeschnitten - hier kann man den Strip, der mittlerweile auch in einem Sammelband mit den Tagesspiegel-Comics von Mawil veröffentlicht wurde, in größerer Ansicht betrachten.

Nun kreuzen sich die Wege des Zeichners und des Cowboys erneut: Mawil wird offizieller Zeichner und Autor eines Lucky-Luke-Albums. Das verkündete der Egmont-Verlag, der die Rechte an Lucky Luke hält und bislang nach eigenen Angaben mehr als 30 Millionen Alben mit dessen Abenteuern verkauft hat, am Dienstag.

„Erstmals in der bereits über 70 Jahre andauernden Karriere des „Lonesome Cowboy“ widerfährt einem deutschen Comic-Künstler die Ehre, Lucky Luke zeichnen zu dürfen", heißt es in der Pressemitteilung. Mit seiner temporeichen Hommage „Lucky Luke sattelt um“ werde Mawil dieser Ehre mehr als gerecht.

Vor Mawil hat allerdings bereits ein deutscher Comic-Autor die Abenteuer von Lucky Luke fortgeschrieben: Zwischen 1993 und 1994 verfasst Peter Mennigen die Geschichten für 15 Lucky-Luke-Hefte des Bastei-Verlages, wie man hier nachlesen kann. Die Zeichnungen stammten damals allerdings aus dem Studio Ortega.

Das passt Jolly Jumper gar nicht

Noch gibt es keine Bilder von Mawils Projekt zu sehen, aber die Story wird vom Verlag in groben Zügen so angekündigt: „Auf einem seiner Ausflüge durch die Prärie landet Lucky Luke unvermittelt in einem Sattel, der ihm fremder nicht sein könnte: im Sattel eines Drahtesels nämlich, in dem er dann gleich auch noch den nordamerikanischen Kontinent durchqueren muss. Klar, dass das seinem eigentlichen Sattelträger Jolly Jumper gar nicht in den Kram passt.“

„Lucky Luke sattelt um“ soll zeitgleich am 2. Mai 2019 sowohl als Hardcover in der Egmont Comic Collection als auch in Softcover bei Egmont Ehapa Media erscheinen. Es ist Teil einer neuen Nebenreihe zur offiziellen Lucky-Luke-Reihe. Während die im klassischen Stil gehaltenen Abenteuer von dem Franzosen Achdé im Stil des 2001 verstorbenen Lucky-Luke-Erfinders Morris gezeichnet werden, sind in separater Aufmachung bislang zwei Hommage-Alben veröffentlicht worden, in denen Zeichner sich freier und origineller mit der Figur beschäftigen durften: „Der Mann, der Lucky Luke erschoss“ von Matthieu Bonhomme und „Jolly Jumper antwortet nicht“ von Guillaume Bouzard.

Mit seinem geplanten Beitrag zu der Reihe ist Mawil, der 1976 als Markus Witzel in Ost-Berlin geboren wurde, in kurzer Zeit der zweite deutsche Comiczeichner, der sich einer frankobelgischen Comic-Ikone annehmen darf. Ende Juli ist das von Flix geschriebene und gezeichnete Album „Spirou in Berlin“ erschienen und führt seitdem die Comic-Bestsellerlisten an.

Mehr über Mawils Lucky-Luke-Hommage demnächst auf den Tagesspiegel-Comicseiten!

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