"Der Miesepups" von Kirsten Fuchs : Miesepups kann auch gut gelaunt

Da hatte er plötzlich wieder das Komische Gesicht: Kirsten Fuchs schickt mit ihrem Miesepups einen sympathischen Grummler durch den Wald.

Hast du Kekse? Der Miesepups auf seinem Weg durch den Mooswald, hier bei seiner Begegnung mit dem halben und dem viertel Olm.
Hast du Kekse? Der Miesepups auf seinem Weg durch den Mooswald, hier bei seiner Begegnung mit dem halben und dem viertel Olm.Foto: Cindy Schmid/Voland & Quist

Wer kennt das nicht? Wenn man sich so gar nicht gut fühlt am Morgen, nicht wegen einer Krankheit, sondern einfach so, wenn man sich nicht ins Gesicht schauen kann, grundlos schlechte Laune hat, alles stehen und liegen lässt und sich am liebsten zu Hause vergraben möchte. Für den Miesepups ist diese Haltung zum Leben der Dauerzustand. Er ist ein misanthropischer Miesepeter, und schon gar nicht räumt er gern auf. Aber die Welt da draußen, außerhalb seiner Baumhöhle im Mooswald, die lässt ihn trotzdem nicht in Ruhe. Eines Tages stehen das Heichörnchen, das Nakinchen und das Kucks vor seiner Tür; eines anderen Tages wiederum begegnet er im Mooswald bei seiner Suche nach dem Kucks dem Vanilleschniesel, dem Ichthyosaurier, den Olmen und anderen Wesen und Unwesen, und auf einmal, langsam, aber immerhin, verändert sich der Miesepups. Er wird zutraulich, zugänglich: „Da hatte er plötzlich wieder das Komische im Gesicht. Noch doller als vorher. Es war wie ein Wind im Frühling, wie Ausgeschlafensein, und irgendwo summt eine Fliege.“

Fuchs will natürlich den guten Kern ihrer Figur freilegen

Es ist eine sympathische, passioniert schlecht gelaunte Figur, die die Berliner Schriftstellerin Kirsten Fuchs hier erfunden hat. Nicht weniger sympathisch und schön sind Cindy Schmids Bilder vom Miesepups, dem Wald und den vielen anderen Figuren. Der Miesepups mit seinem bemoost-beblumten Kopf und Körper, den schwarzen Knopfaugen und der Erdbeernase hat wie die anderen Collagencharakter. Schmid bringt vieles mal weich, mal etwas kantiger zusammen, und natürlich sind die zwei bisher veröffentlichten Miesepups-Bücher kleine, sympathisch unaufdringlich erzählte Erziehungs- und Entwicklungsgeschichten. Deren Ziel: den guten Kern eines Grantlers wie dem Miesepups freizulegen. Zu Hause vergraben muss sich wirklich niemand. Dafür ist die Welt viel zu schön.
Kirsten Fuchs, Cindy Schmid: Der Miesepups/Der Miesepups hat was im Gesicht. Voland & Quist, Dresden 2017. Jeweils 40 Seiten, 14, 90 € / 16 €. Ab 4 Jahren

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