Deutscher Filmpreis : "Das Parfum" und "Vier Minuten" klare Favoriten

Senta Berger und Kulturstaatsminister Neumann haben die Nominierungen für den höchstdotierten deutschen Kulturpreis bekanntgegeben. Tom Tykwers Romanverfilmung und der Gefängnisfilm von Chris Kraus sind achtfach im Rennen.

Berlin - Sieben Mal nominiert wurde Stefan Ruzowitzkys Berlinale-Beitrag "Die Fälscher" über Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Zu den insgesamt sechs in der Kategorie "bester Spielfilm" nominierten Filmen gehören außerdem "Wer früher stirbt ist länger tot" von Marcus H. Rosenmüller, "Emmas Glück" von Sven Taddicken und "Winterreise" von Hans Steinbichler.

Die Hauptdarstellerinnen des Films "Vier Minuten", Monika Bleibtreu und Hannah Herzsprung, sind beide in der Kategorie "beste weibliche Hauptrolle" nominiert. Nachwuchstalent Herzsprung hat für ihre Rolle in "Das wahre Leben" außerdem Chancen auf einen Preis als beste Nebendarstellerin. Als "Beste männliche Hauptrolle" gehen Jürgen Vogel für seine Darstellung eines Sexualstraftäters in "Der freie Wille", Karl Markovics für seine Rolle in die "Fälscher" und Josef Bierbichler in "Winterreise" in den Endausscheid. Das gaben die Schauspielerin Senta Berger als Präsidentin der Deutschen Filmakademie und Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) im ZDF-"Morgenmagazin" bekannt.

Preisverleihung mit Michael "Bully" Herbig

Die Hitler-Parodie "Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler" von Dani Levy erhielt nur eine Nennung, und zwar für Schauspieler Sylvester Groth in der Kategorie der besten männlichen Nebenrolle. Als beste Kinder- und Jugendfilme wetteifern die Produktionen "Hände weg von Mississippi" von Detlev Buck und "Die Wolke" von Gregor Schnitzler um den Preis.

Die Lola-Trophäen des Deutschen Filmpreises werden am 4. Mai bei einer Gala im Berliner Palais am Funkturm übergeben - die Veranstaltung wird zum dritten Mal von Michael "Bully" Herbig moderiert. Die Nominierten und später auch die Gewinner werden von den mehr als 800 Mitgliedern der Deutschen Filmakademie geheim gewählt. Der mit insgesamt 2,9 Millionen Euro höchstdotierte deutsche Kulturpreis wird in diesem Jahr in 15 Kategorien verliehen.

Deutsches Kino punktet mit deutscher Geschichte

Neumann sagte, mit der Verleihung dokumentiere sich die Qualität des deutschen Films. Der mit 250.000 Euro dotierte Hauptpreis für den "Besten Spielfilm" soll laut Berger in neue Produktionen gehen, um den deutschen Film zu fördern.

Berger betonte, der deutsche Film habe zwar seinen Marktanteil bei deutschen Kinobesuchern ausgebaut. Der Anteil von 26 Prozent im vergangenen Jahr sei aber immer noch nicht genug. Den Grund für den wachsenden Erfolg deutscher Filme sieht Neumann auch in der thematischen Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und Gegenwart. Dies belege etwa die Produktion "Das Leben der Anderen", die im vergangenen Jahr die goldene "Lola" und mittlerweile auch einen Oskar erhielt. (tso/ddp/dpa)

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar